Iris Spranger
Herzlichen Dank! – Verehrte Frau Präsidentin! Verehrte Abgeordnete! Verehrte Frau Golm! Jeder Mensch – das hat die Senatorin schon gesagt – hat das Recht auf Sicherheit ohne Gewalt, egal welchen Geschlechts, egal welchen Alters. Ich bin sehr froh, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, digital eine App zu entwickeln, die die Möglichkeit bietet, den Menschen, die von Gewalt bedroht sind, und das sind in erster Linie Frauen und Kinder, ein Hilfsangebot zur Seite zu stellen. Ich stelle im Ausschuss für Inneres regelmäßig die Kriminalitätsstatistik vor. In dieser Kriminalitätsstatistik sind 12 582 Fälle, die ich aktuell vorstellen musste. 79 Prozent dieser Fälle sind Frauen. Und zu Frauen gehören immer auch Kinder, die diese Gewalt miterleben und auch miterfahren. Und wir haben, und auch das musste ich berichten, 66 schwerstverletzte Frauen gehabt. Und wir haben neun getötete Frauen gehabt. Das alles zeigt uns, dass wir gemeinsam handeln müssen, dass wir uns gemeinsam vernetzen müssen. Und deshalb ist es gut, dass der Verein „Gewaltfrei in die Zukunft“ 2023 diese App entsprechend in das Land gebracht hat. Wir haben gemeinsam mit dem Bund, also Berlin und der Bund, dafür viel Geld in die Hand genommen. Wie ich hier schon so oft gesagt habe, jeder Cent, den wir dort investieren, ist gut investiert, denn diese App können Frauen herunterladen. Sie ist so gestaltet, dass sie dort Hilfsangebote finden, dass sie also auch schnell auf Hilfsangebote zurückgreifen können. Wir haben mehrere Hundert Polizistinnen und Polizisten speziell dafür ausgebildet, sodass sie, wenn sie in solche Situationen kommen, auch den Frauen diese App mit anbieten können, und ich muss Ihnen sagen, da bin ich auch der Justiz sehr dankbar, denn die Justiz hat gemeinsam mit uns nicht nur gesagt, was mit dieser App dann möglich ist, sondern wir haben die Möglichkeit durch ein Tagebuch das dann entsprechend auch gerichtsfest zu hinterlegen. Das Tagebuch wird geführt, ohne dass der Gewalttäter es merkt, und das ist gut so. Ich möchte, und ich denke, das hat auch die Senatorin gesagt, alle Frauen, die davon betroffen sind, noch einmal aufrufen: Gehen Sie zu Hilfsorganisationen, gehen Sie zu Organisationen oder zur Polizei! Alle wissen, wie wir damit umgehen müssen. Jede Frau, die von Gewalt betroffen ist, geht erst relativ spät zum Gericht oder zu einer Hilfsorganisation. Wir haben die Zahl Sieben im Raum, also erst nach sieben Gewaltausbrüchen, meistens im eigenen Wohnraum, gehen die Frauen dann wirklich zu Hilfsorganisationen oder zeigen es an. Wenn wir damit erreichen können, dass diese Anzahl, ehe sie sich überwinden können, wirklich das auch anzuzeigen – wenn wir das gemeinsam hinbekommen, dann haben wir viel gegen die Gewalt an Frauen und Kindern erreicht. – Danke schön! [Beifall bei der SPD und der CDU]
