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Marcel Hopp

SPD 06.11.2025 Sitzungen 19/74

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich sehr darüber, dass wir heute als Koalitionsfraktionen einen gemeinsamen Antrag zur Stärkung der Berufsorientierung an unseren Sekundarschulen, Grundschulen und Gymnasien einbringen. Deswegen gilt zunächst mein Dank den Kolleginnen und Kollegen der CDU-Fraktion für die gute Zusammenarbeit und den gemeinsamen Einsatz für starke Berufsorientierung an unseren Schulen. [Beifall bei der SPD und der CDU] Es ist Konsens, es ist hoffentlich Konsens, dass die Berufsorientierung entlang der gesamten Bildungskette absolut wichtig ist. Da vor allem für uns als Sozialdemokratie der Aufstieg durch gute, durchlässige Bildung immer wichtig ist, war die Stärkung der Berufsorientierung in den letzten Jahren von zentraler Bedeutung, und das ist sie, wie Sie an unserem Antrag ablesen können, auch weiterhin. Uns geht es ganz grundsätzlich bei der Berufsorientierung entlang der Bildungskette um zwei zentrale Aspekte. Erstens: Die Berufsorientierung orientiert sich für uns nicht nach dem Markt, sondern ausschließlich nach den individuellen Bedürfnissen, Interessen, Kompetenzen und der Entwicklung des Kindes. Wir wollen selbstständige, mündige, handlungsfähige Menschen fördern, die sich ausprobieren, die sich entfalten können, ein Leben lang dazulernen können und ihren eigenen, selbstbestimmten Weg ins Leben und damit auch ins Berufsleben finden. Zweitens ist neben dem Individuum, systemisch betrachtet, das oberste Ziel, das wir mit der Stärkung von Berufsorientierung verbinden: Kein Kind darf verloren gehen. Eine starke Berufsorientierung hilft aktiv dabei, die Übergänge hürdenfreier zu organisieren und die Abbrecherquote in Schule und Ausbildung substanziell zu senken. Deshalb haben wir das 11. Pflichtschuljahr als Koalition eingeführt, deshalb haben wir als Koalitionsfraktionen vor einigen Wochen oder einigen Tagen im Rahmen der Haushaltsverhandlungen die wichtige Arbeit von BOB zum Beispiel finanziell für die kommenden zwei Jahre gesichert, und nun wollen wir mit den Forderungen dieses Antrags weitere große Schritte gehen. [Beifall bei der SPD] Wir wollen, dass die Berufsorientierung frühzeitig in der Grundschule beginnt und hier auch gestärkt wird. Auch Praktika, Unternehmens- und Werkstattbesuche gehören für uns verpflichtend in jedes Schuljahr der Sekundarstufe I und auch an alle Schulformen. Wie im Koalitionsvertrag verabredet, wollen wir, dass der WAT-Unterricht an allen Schulformen ausgebaut und gestärkt wird, eben auch am Gymnasium. An dieser Stelle möchte ich deutlich sagen: Ein neues Schulfach WAT am Gymnasium bedeutet für uns ein zusätzliches Fach der Stundentafel, das nicht zulasten von anderen Fächern gehen darf. Hier sehen wir noch größeren Handlungsbedarf. Darüber hinaus ist mit diesem Antrag grundsätzlich die Stärkung der bereits bestehenden Strukturen der Berufsorientierung angedacht. Dazu gehört die Etablierung von koordinierenden Ansprechpersonen in den Teams der beruflichen Orientierung, eine systematische Erhebung über vorhandene Schulwerkstätten und die Stärkung von Praktikums- und Berufsfelderkundungsangeboten, aber auch eine kritische Evaluierung des bisherigen Angebots der Berufsorientierung. Sie sehen, wir haben als Koalitionsfraktionen einen ganzheitlichen Blick auf die Berufsorientierung und ein klares Verständnis darüber, wie wir dieses Themenfeld stärken. Daran arbeiten wir weiter gemeinsam, mit großen Schritten, und deswegen vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]

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