Dr. Bahar Haghanipour
Frau Kollegin, gestatten Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Krüger? Dr. Maja Lasić (SPD): Nein, danke! – Alle Erfahrungswerte von uns Praktikern würden belegen, dass ein sehr hoher Anteil der Berliner Familien gerne ein Jahr länger in der Schule bleiben würde, und für diese Familien sind die Gymnasialplätze, so wie wir sie aktuell planen, nicht zielführend. Das Ergebnis sehen wir aktuell: extrem hoher Druck an übernachgefragten ISS. So kommen wir zu Beispiel zwei, Ausbau von Verbundoberstufen im Bestand. Hier muss man sagen, dass die Bildungsverwaltung aktuell schläft. Wir haben reihenweise Schulen ohne eigene Oberstufen. Diese Schulen ohne eigene Oberstufen sind damit für Familien unattraktiv. Damit erhöht sich der Druck auf die Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen, und damit erzeugen wir nach wie vor das Chaos im Übergang in die 7. Klasse. Die Antworten liegen dabei auf der Hand: Es bedarf einer landesweiten Strategie, wie wir in Zusammenarbeit mit den Bezirken eine nach der anderen alle Schulen mit einer eigenen beziehungsweise Verbundoberstufe versehen, und gleichermaßen muss überall dort, wo die ISS und Grundschulen es sich wünschen, personelle Unterstützung gewährleistet sein, damit die Umwandlung hin zur Gemeinschaftsschule möglich ist. [Beifall von Linda Vierecke (SPD)] Und dass das geht, zeigt Andy Hehmke in Friedrichshain-Kreuzberg. [Beifall bei der SPD] Andy hat in seiner Zeit als Stadtrat – das macht er jetzt auch schon eine Weile – Stück für Stück jede weiterführende Schule im Bezirk mit einer eigenen Oberstufe versehen und hin zu einer Gemeinschaftsschule entwickelt. Was er hat, ist eine klare Vision von gerechter Bildung, und davon brauchen wir auf der Landesebene definitiv mehr. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD]
