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Mirjam Golm

SPD 25.09.2025 Sitzungen 19/71

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir reden jetzt hier über Menstruation, über einen ganz natürlichen und gesunden Vorgang des weiblichen Körpers. Aber immer, wenn wir über dieses Thema sprechen, wird eher verschämt zur Seite geguckt, mal ein komischer Witz gerissen oder einfach nur geschwiegen. Aber ganz sicher wird gesagt: Mein Gott, warum denn jetzt schon wieder dieses Thema? Wir haben doch so viel wichtigere zu besprechen. Hier jetzt meine Frage: Wie wäre es denn, wenn Männer menstruieren würden? Wären wir dann genauso weit? – Ich würde denken nein. Wahrscheinlich hätten wir eine Woche unbezahlten Menstruationsurlaub, einmal im Zyklus, aber ich weiß nicht. Es ist richtig, dieses Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen, so lange, bis es für alle ganz normal, völlig normal ist. Deshalb danke an die Opposition für diesen Antrag! Es ist aber auch kein kleines Thema und muss viel weiter gedacht werden. Menstruationsprodukte auf Toiletten sollten so selbstverständlich sein wie Seife und Papier. Dabei muss es allerdings um die Basics gehen und nicht unbedingt um eine große Auswahl an verschiedenen modernen Menstruationsprodukten. Menstruationstassen können für manche Frauen in Hochschulen oder Universitäten, auch in Schulen, eine gute und umweltfreundliche Lösung sein. Sie müssen aber regelmäßig ausgekocht werden. Auf der Straße ist das gar nicht möglich und selbst in manchen Notunterkünften nicht immer praktikabel. Viele Frauen greifen deshalb ganz bewusst auf Binden zurück, besonders jene, die von sexualisierter Gewalt betroffen waren. Wenn wir also kostenlose Produkte bereitstellen, dann bitte so, dass sie tatsächlich für alle Frauen nutzbar sind. In Berlin haben wir dieses Thema durchaus auf der Agenda; erste Schritte sind passiert. Die Antwort auf meine Schriftliche Anfrage zu diesem Thema: An vielen Schulen gibt es bereits kostenlose Hygieneartikel. Das muss aber natürlich noch besser werden. Um Normalität, Teilhabe und Gerechtigkeit zu erreichen, wie es dieser Antrag will, braucht es weit mehr als die Bereitstellung von unterschiedlichen Menstruationsprodukten auf Toiletten. Wir brauchen Sensibilisierung, gerade an Schulen zum Beispiel. Der Sportunterricht war und ist für Mädchen oft ein richtiger Horror. Es darf nicht sein, dass Mädchen mit starken Bauchschmerzen uneingeschränkt am Sportunterricht teilnehmen müssen, weil Lehrkräfte das Thema nicht ernst nehmen. Vor allem männliche Lehrkräfte müssen stärker dafür sensibilisiert werden, was eine Menstruation mit sich bringen kann. Die Anhörung zu diesem Thema im Ausschuss hat es gezeigt: Die Senatsverwaltung befürwortet die Bereitstellung von kostenlosen Menstruationsprodukten aus gleichstellungspolitischer Sicht. Und das ist gut. Wir als SPD stehen dafür. Menstruation ist ein normales Thema. Produkte müssen adressatinnengerecht und zugänglich sein. Sensibilisierung ist nötig, denn nur so sorgen wir für echte Teilhabe und Gleichstellung in allen Lebenslagen, von der Schülerin bis zur obdachlosen Frau. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN]

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