Dennis Buchner
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich ist alles gesagt. Die AfD versucht sich zu normalisieren, indem sie das zugegebenermaßen gute Konzept, wie wir in Berlin Schwimmunterricht gestalten und eine möglichst niedrige Nichtschwimmerquote haben wollen, einfach aufschreibt und hier zur Abstimmung stellt. Das kann man nur zurückweisen. Berlin liegt trotz einer ziemlich heterogenen Schülerschaft bei den Quoten der Kinder, die nach der 3. Klasse schwimmen können, bundesweit weit vorn. Dafür ist bei uns die gute Bäderstruktur natürlich grundlegend, weil wir im Unterschied zu vielen anderen Kommunen in Deutschland den Schwimmunterricht in den 3. Klassen gewährleisten können. Da haben wir große Vorteile gegenüber manchen Flächenbundesländern. Die Schulschwimmzentren, die erwähnt worden sind, die an vielen Schwimmhallen mit stationierten Schwimmlehrerinnen und -lehrern arbeiten, werden inzwischen ebenso bundesweit kopiert wie unsere Schwimmintensivkurse inzwischen in drei unterschiedlichen Ferienzeiten. Wie wenig die AfD daran zu meckern hat, zeigt sich darin, dass Sie jetzt vorschlagen, diese Kurse auch in den Weihnachtsferien durchzuführen, aber offenbar gar nicht geguckt haben, dass die Weihnachtsferien in Berlin zu kurz sind, um Intensivschwimmkurse durchzuführen, weil sie bei uns im Unterschied zu anderen Bundesländern, da wir auch noch die Winterferien haben, weitgehend auf die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr beschränkt sind. Sinnvoll ist dieses Zeitfenster also nicht. [Benedikt Lux (GRÜNE): Ist das peinlich, AfD!] Übrigens ist auch ein anderer Vorschlag durchaus umstritten, der in Ihrem Antrag drinsteht, den auch Kolleginnen und Kollegen in den Anhörungen gesagt haben, nämlich: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um Schulschwimmen durchzuführen? Jeder, der mal mit kleinen Kindern schwimmen gewesen ist, weiß, dass ein sechsjähriges Kind deutlich länger braucht, um sich zum Beispiel nach dem Schwimmen aus- und anzuziehen, als ein achtjährigen Kind. Deswegen gibt es viele Expertinnen und Experten, die sagen, die 3. Klasse ist schon der richtige Zeitpunkt, das zu machen. Möglicherweise ist die 2. Klasse irgendwann ein Kompromiss, aber entscheidend ist, glaube ich, dass man in und nach der 3. Klasse mit den Schwimmkursen daran arbeitet, dass alle Berliner Kinder, übrigens egal welche Herkunft, welche Bildungsherkunft sie mitbringen, denn daran hängt die Schwimmfähigkeit in vielen Fällen, und egal was die Eltern mitbringen, schwimmen lernen. Richtig ist eindeutig, ausreichend Wasserflächen und Wasserzeiten sind der Schlüssel dazu, Nichtschwimmerquoten bei Kindern, aber auch ganz allgemein weiter zu senken. Deshalb ist es gut, dass Berlin gerade so stark wie nie finanziell in seine Bäder investiert. Viele Standorte können gerade saniert werden, und das wird auch in den nächsten Jahren so weitergehen. Und schließlich, was Sie als AfD in Ihren Anträgen immer als Spaßbäder diffamieren, offensichtlich mögen Sie keinen Spaß und mögen auch nicht, dass Familien Spaß haben, [Beifall von Anne Helm (LINKE)] sind für uns Standorte für die ganze Familie. Dazu gehört zwingend auch die Möglichkeit der Wassergewöhnung und das Babyschwimmen. Es reicht also nicht, immer nur ein quadratisch praktisches Becken hinzustellen, nein, es hilft auch, Becken zu haben, die nicht zu tief sind, in denen wärmeres Wasser drin ist, in denen Kinder gewöhnt werden können. Etwa ein Viertel der Kinder, die in die Grundschule kommen, lernt bereits vorher schwimmen, also in der Kita, mit den Eltern, Großeltern oder Ähnliches. Wenn wir diese Zahl weiter steigern wollen, dann brauchen wir attraktive Bäder für die ganze Familie. Diese stellen wir mit den neuen Kombistandorten, die wir jetzt bauen, aber auch mit vielen Sanierungen, die wir jetzt machen, sicher. Insoweit: Die Intention des Antrags ist nicht falsch, aber dieser Antrag ist gelebte Politik in dieser Stadt, und zwar in völlig unterschiedlichen Zusammensetzungen dieses Parlaments, dieser Koalition hier und des Senats. Der Antrag ist tätiges Handeln, und deswegen können wir ihn gleich beruhigt ablehnen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! [Beifall bei der SPD, der CDU und den GRÜNEN – Beifall von Anne Helm (LINKE)]
