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Aldona Maria Niemczyk

CDU 26.06.2025 Sitzungen 19/68

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute möchte ich erneut das Thema des Gender-Pay-Gaps in den Mittelpunkt stellen, eine Herausforderung, die uns als Gesellschaft seit Jahren begleitet und die wir gemeinsam lösen müssen. Bereits vor einigen Monaten habe ich dazu das Wort ergriffen. Wir sind auf dem Weg. Ich will das Bewusstsein für diese strukturelle Ungleichheit wachhalten und konkrete Schritte diskutieren. [Anne Helm (LINKE): Konkrete Schritte diskutieren, finde ich gut!] Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer mit weitreichenden Folgen. Ihre Rentenansprüche sind geringer, was das Risiko erhöht, im Alter in Armut leben zu müssen. Wir wissen, dass diese Lohnungleichheit nicht nur ein individuelles, sondern das Ergebnis vielfältiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Mechanismen ist. Von Vorurteilen könnte ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Eine genauso wichtige Rolle spielt aber auch beispielsweise die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Dies alles gipfelt in einer geringeren Präsenz von Frauen in Führungspositionen. Wir müssen da gar nicht weit blicken. Im Bundestag ist der Anteil der Frauen gesunken. [Anne Helm (LINKE): An welchen Fraktionen liegt denn das?] Wenn Frauen fehlen, fehle die Hälfte der Perspektive, sagte auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, und sie hat recht. Es geht um Sichtbarkeit und Wirksamkeit. Diese Sichtbarkeit wollen wir mit der vorgeschlagenen Kampagne erreichen. [Beifall von Mirjam Golm (SPD)] Sie kann helfen, diese Mechanismen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Vorurteile abzubauen und den gesellschaftlichen Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit zu intensivieren. Ich halte das für sehr wichtig. Wissenschaftlich fundierte Best-Practice-Beispiele von Unternehmen und Institutionen zeigen uns, dass es möglich ist, den Gender-Pay-Gap zu verringern. Die wirtschaftlichen Argumente sprechen für eine Schließung des Gender-Pay-Gaps. Unternehmen, die auf Geschlechterdiversität und faire Lohnstrukturen setzen, sind wirtschaftlich erfolgreicher. Wir müssen das jetzt nur auf den Weg bringen. Schätzungen zeigen, dass eine Reduktion des Gender-Pay-Gaps Milliarden Euro an zusätzlichem Bruttosozialprodukt generieren könnte. Wir sollten dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen. Ich möchte an dieser Stelle auch ehrlich sein. Wir haben es bislang nicht geschafft, den Gender-Pay-Gap in Berlin und darüber hinaus nachhaltig zu verringern. Das ist eine ernüchternde Feststellung.

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