Catherina Pieroth-Manelli
Genau! Ich habe die Frage verstanden, und darauf gehe ich jetzt auch weiterhin ein, besonders worauf es eigentlich ankommt. Auch wir sind ganz klar für ein Zusammenbinden von drei Verwaltungen. Das wird aber nicht mit einem neuen Ehrenamtspöstchen geschaffen. Es ist ganz richtig, dass aus diesem Grunde eine Beauftragung von SenBJF erfolgen muss und so die drei Verwaltungen endlich in Kommunikation zusammentreten. Aber dass ein ehrenamtlicher Landesarzt stemmen soll, was hier in dieser Stadt nicht stattfindet, finde ich schwierig. Noch eine Frage also – es wird hier deutlich, wohinter Sie sich mit diesem erneuten Pseudovorschlag eigentlich verstecken –: Wo ist Ihr Plan für mehr Therapieplätze, mehr Schulsozialarbeit, mehr Prävention für Kinder und Jugendliche? Wir brauchen multiprofessionelle Teams, Sie haben es eben selbst gesagt, Frau König, frühe Hilfen und verlässliche Ansprechstellen für Schulen und Kitas, die auch die mentale Gesundheit im Blick haben, denn anstatt dieser Ehrenamtsstelle brauchen wir einen ernsthaften ressortübergreifenden Fahrplan für die psychische Gesundheit junger Menschen, [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN] einen Fahrplan, der präventive und psychosoziale Beratung mitdenkt, das heißt mehr Raum und Ansprechbarkeit für Kinder und Jugendliche ermöglicht. Wenn Sie das mit der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen also ernst nehmen, dann zeigen Sie das auch, zum Beispiel mit einer ausreichenden Finanzierung unserer erfahrenen Träger im nächsten Doppelhaushalt, denn unsere Träger sind es, die Kinder und Jugendliche bei Ess- und Angststörungen begleiten, die Suchterkrankungen vorbeugen und die leider auch bei Kindern häufiger werdende Suizidgedanken hören! Machen Sie also endlich Schluss mit der alle zwei Jahre wiederkehrenden Abhängigkeit von Zuwendungen! Was unsere Träger, Patienten und Patientinnen und unser Fachpersonal brauchen, ist das Psychiatriebudget. Wir brauchen auch mehr Psychotherapeuten und -therapeutinnen, und was wir vor allem brauchen, ist Kommunikation und verlässliche Koordination zwischen SenWGP und SenBJF. Kurzum, eine ehrenamtliche Landesärztin oder ein ehrenamtlicher Landesarzt kann aus ihrer oder seiner medizinischen Perspektive beraten und beraten, aber ohne Einfluss auf die politische Umsetzung und einen systemischen Blick bleibt auch sie oder er machtlos. Lassen Sie uns über diesen unfertigen Antrag auch wieder im nächsten Gesundheitsausschuss sprechen, SenBJF hinzuladen und tatsächliche Lösungen erarbeiten! Damit können Sie dann auch gern auf Instagram werben. – Danke! [Beifall bei den GRÜNEN]
