Dennis Buchner
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Bäder-Betriebe sind Dauergast im Sportausschuss, weil sie die größte, wichtigste und für uns auch teuerste Sportinfrastruktur dieser Stadt sind. Um die Zahl einmal zu sagen: In den letzten Jahren haben wir jedes Jahr gut eine Viertelmilliarde Euro in die Bäder gesteckt, bis zu 100 Millionen Euro in den Betrieb und bis zu 150 Millionen Euro in die Instandhaltung und in die Sanierung. Mir ist das alles sympathisch, was in dem Antrag der Linksfraktion als Wunschvorstellung geschrieben ist. Es würde wahrscheinlich noch mal etwa 20 Millionen bis 30 Millionen Euro mehr im Jahr kosten. Und das ist, eben weil es der größte Posten im Sporthaushalt ist, im Moment nicht verantwortbar, in einer Zeit, in der wir eher sparen müssen, diese Maßnahmen zusätzlich zu finanzieren. Kollege Standfuß hat es gerade deutlich gemacht: Wir haben über 60 Bäder in Berlin, und es gibt immer – man braucht bloß auf die Website zu schauen – Bäder, die im Zweifel auch passen. Wer nicht in ein unbeheiztes Freibad gehen will, der findet eben auch beheizte Freibäder, und wer gar nicht ins Freibad gehen will, der findet in Berlin auch Hallenbäder, die während solcher Temperaturen wie heute geöffnet sind. Und zum Thema Sauna: Ich habe große Sympathien für das Thema Sauna, aber es ist nicht staatliche Daseinsvorsorge, und vor dem Hintergrund der Energiekosten finde ich es auch vertretbar, die Saunen im Sommerhalbjahr, wo sie sowieso deutlich schlechter besucht sind als im Winterhalbjahr, geschlossen zu halten. Anders als die Kolleginnen und Kollegen der Linken bin ich übrigens schon der Meinung, dass sich die Preise nach Art des Bades und auch nach der Länge des Aufenthalts unterscheiden dürfen. Ich finde es richtig, dass es einen Unterschied macht, ob man eine Stunde in ein Hallenbad geht oder ob man einen ganzen Tag im Freibad verbringen möchte. Ich finde es übrigens auch richtig, dass es bei den Preisen einen Unterschied macht, wie der Standard und die unterschiedlichen Größen der Bäder sind. Das ist ja, als wenn Sie fordern würden, dass der Grießbrei hier in der Kantine dasselbe kostet wie ein Allyou-can-eat über den ganzen Tag Schnitzel mit Spargel. Am Ende ist das steuerfinanzierte Leistung, und ich finde, es darf sich unterscheiden. [Beifall von Mirjam Golm (SPD) – Beifall bei der CDU] Es gibt ja auch positive Dinge, so zum Beispiel, dass die Bäder jetzt endlich, weil sie moderne Kassensysteme haben, über die Onlinetickets auch die Auslastung steuern können und Rabatte geben, und dass wir in Berlin die größten Ermäßigungspakete haben. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Ermäßigungsgruppen, mit der Ehrenamtskarte jetzt auch eine neue Ermäßigungsgruppe. Und so ist es eben möglich: Ein Tagesticket für ein Freibad ist in Berlin ab 2,80 Euro zu haben, und 90 Minuten Schwimmen im Hallenbad ab 2,50 Euro. Man kann ohne eine Ermäßigungsberechtigung 20 Freibadeintritte im Vorverkauf für 80 Euro erwerben, 4 Euro pro ganzer Tag im Freibad, und ohne Ermäßigungsberechtigung können zwei Elternteile mit einem Kind ab 10,50 Euro einen Tag im Freibad verbringen. Anders als Ihr Antrag suggeriert, gibt es übrigens auch ein Angebot für die Vielschwimmer, die Sie gerne adressieren wollen; ich übrigens auch, das war mir immer wichtig. Wer unbegrenzt in allen Bädern schwimmen möchte, zahlt 38 Euro im Monat, ermäßigt 30 Euro. Anders als früher bei der Jahreskarte ist es jetzt möglich, dieses Abo auch nach Ablauf von drei Monaten zu kündigen, was es zum Beispiel auch möglich macht, sich für drei Monate, nur für die Freibadsaison, ein flexibles Abo – ich habe den Namen jetzt vergessen, aber es gibt dieses Angebot – zu kaufen. Schließlich, und da haben wir wieder eine Gemeinsamkeit: Schwimmen ist für uns Daseinsvorsorge. Deshalb sind in Berlin Kitaschwimmen, Schulschwimmen und Vereinsschwimmen ohne Eintritt. Allein 50 Prozent der Zutritte in die Berliner Bäder sind kostenlos für die Nutzerinnen und Nutzer, ergo steuerfinanziert, und zwar aus diesem Haus. Dafür sorgen wir nämlich in diesem Haus. Mehr geht immer, aber dann muss man eben auch mehr Steuermittel investieren –
