Tommy Tabor
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen! Eines müsste ja wohl ganz klar sein: Berlin muss sparen. Die Zeiten der überzogenen Haushalte sind vorbei. Jetzt ist Ehrlichkeit gefragt. Ehrlichkeit darüber, wo gestrichen wird und wo nicht und vor allem warum. Die CDU zieht nun den Rotstift, und das ist grundsätzlich erst mal richtig. Aber statt durch die Hintertür Projekte zu streichen, wünsche ich mir tatsächlich mehr Offenheit. Welche Maßnahmen sind wirklich nötig, welche unnötig? Welche können wir uns schlicht nicht mehr leisten, aber welche sollten wir uns noch leisten? Wir werden das in den Haushaltsberatungen sicherlich ausführlich diskutieren. Heute blicken wir auf einen konkreten, vielleicht kleinen, aber aufschlussreichen Punkt: die schulische Präventionsarbeit gegen häusliche Gewalt. Es ist fraglich, wie unverzichtbar die Fortbildungen durch BIG Prävention wirklich sind, und vor allem: Wie hoch ist die tatsächliche Fachlichkeit? Ein Beispiel: Herr Adir Jan Tekîn arbeitet dort als Honorarkraft und führt Fortbildungen an Berliner Schulen durch; seine Qualifikation? – ein abgebrochenes Studium in Italienisch und Latein. Diese Arbeit könnte künftig ebenso gut und womöglich auch besser vom BLiQ, dem Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen, übernommen werden, also alles aus einer Hand, mit pädagogischer Ausbildung und mit fachlicher Qualität. [Beifall bei der AfD] Ich halte es grundsätzlich für problematisch, wenn Lobbyvereine Bildungsarbeit an Schulen leisten, ob das BIG ist oder sogenannten queere Bildung durch Homosexuellenvereine. Vereine verfolgen nämlich immer eigene, separate Interessen. Ich lade ja auch nicht den Metzgerverein zum Thema Ernährung ein, das hat nämlich immer so eine gewisse Schlagseite. [Beifall bei der AfD] Auch BIG zeigt diesen Bias. Die Prävention wird dort als Geschlechterkampf inszeniert. Auf der Webseite des Vereins heißt es, man handle auf Basis einer feministischen Grundhaltung und einer aktivistischen Parteilichkeit. Häusliche Gewalt wird dort verstanden als eine Folge patriarchaler Machtverhältnisse, die Frauen unterdrücken. Aber Gewalt ist komplexer. Ich zitiere mit Erlaubnis des Präsidenten den Soziologen Prof. Dr. Walter Hollstein: „Neuere Studien bestätigen seit langem und unisono, dass Frauen ebenso gewalttätig sind wie Männer. Gewalt hat also kein Geschlecht. In unseren Breitengraden üben etwa ein Drittel der Männer Gewalt aus, aber eben auch ein Drittel der Frauen. Bei schwerer körperlicher Gewalt dominieren Männer aufgrund ihrer größeren Körperkraft, bei psychischer Gewalt und Gewalttaten, um den Partner zu kontrollieren, Frauen. Die weit verbreitete Meinung, dass von Frauen keine körperliche Gewalt ausgeht, ist falsch. Frauen treten, beißen, ohrfeigen, stoßen, schlagen und werfen vor allem mit Gegenständen. Kinder – vor allem Buben – sind signifikant häufiger Opfer von Züchtigungen ihrer Mütter als ihrer Väter.“ – Zitat Ende. [Lachen bei und Zurufe von den GRÜNEN und der LINKEN] Diese Realität wird von BIG weitgehend ausgeblendet. Ich plädiere für eine ideologiefreie Präventionsarbeit, die sich an der Realität orientiert und nicht an Aktivismus und Männerhass. [Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!] Wir müssen wegkommen von der Vorstellung einer feindselig polarisierten Welt aus Tätern und Opfern. Die BIG Prävention erreicht ohnehin nur einen Bruchteil der Schulen. Wenn einzelne Schulen weiterhin mit BIG zusammenarbeiten möchten, können sie das gerne aus eigenen Mitteln tun oder gegebenenfalls aus dem Sozialhaushalt; Frau Spranger hat es ja schon angeboten. Und noch zu guter Letzt: Die BIG hat ja durchaus eine vernünftige Funktion, und darauf sollte sie sich auch weiter konzentrieren. Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen müssen natürlich erhalten bleiben. Männerhäuser brauchen wir aus meiner Sicht aktuell nicht. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der AfD]
