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Kristian Ronneburg

LINKE 10.04.2025 Sitzungen 19/65

Also rede ich einfach, okay! – Also, die Studie soll wirtschaftliche, soziale, sportpolitische, jugendschutzpolitische Aspekte berücksichtigen. Darauf basierend soll dann eine ressortübergreifende Strategie entwickelt werden. Eine solche Studie können wir unterstützen, auch wenn es natürlich Fragen gibt, wo die Koalition langfristig hin will, welche konkreten Maßnahmen und Ziele verfolgt werden. Der Antrag der Grünen ist konkreter. E-Sports wird ausdrücklich als Teil der Sportkultur anerkannt, mit dem Ziel, ihn als Sportart zu fördern, zu integrieren. Er betont auch die finanzielle und sachliche Unterstützung von E-Sport-Vereinen, einschließlich Förderung von Medienkompetenz und Prävention gegen Spielsucht. Auch das können wir unterstützen. Auch können wir mitgehen mit diesen Anträgen, weil wir der Meinung sind, dass sie insofern in die richtige Richtung gehen, weil es damit auch um die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit E-Sport und die aktive Gestaltung geht. – Meine Zeit läuft immer noch nicht hier vorn. Aber ich rede weiter. – Er sollte also explizit als Handlungsfeld der Politik anerkannt werden. E-Sport ist nicht per se gut oder schlecht. Er ist auch ein Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Wir leben in einer Zeit rasanter digitaler Transformation, und mittendrin auch das Phänomen E-Sport, das Millionen besonders junger Menschen fasziniert und Milliardenumsätze generiert. E-Sport hat Potenzial. Er kann Gemeinschaften schaffen über geografische, soziale Grenzen hinweg. Er fordert auch Disziplin ein, strategisches Denken und Teamwork. Befürworter der Gemeinnützigkeit heben genau diese Aspekte hervor. Man spricht von Jugendarbeit, digitaler Bildung, Begegnung und Integration. Daher fordern sie auch die Gleichstellung mit dem traditionellen Sport. Ja, der Koalitionsvertrag adressiert die Gemeinnützigkeit, aber wir müssen auch hinter die Fassade gucken. Wir sehen einen rasant wachsenden Markt. Wir sehen junge Talente, die unter enormem Leistungsdruck stehen. Wir sehen Karrieren, die kurz sind, Verträge oft prekär, mangelhafte soziale Absicherung. Wir sehen eine Industrie, die von wenigen großen Techkonzernen und Spiele-Publishern dominiert wird. Diese Spannung sehen wir auch in der Debatte um die Gemeinnützigkeit. Kann eine Struktur, die oft eng mit kommerziellen Ligen, Sponsoren, profitorientierten Unternehmen wie großen Gamingorganisationen verknüpft ist, primär dem Allgemeinwohl dienen, wie es die Gemeinnützigkeit erfordert? Oder dient der Status eher dazu, Steuervorteile für kommerzielle Interessen zu sichern? Ich kann zumindest sagen, Letzteres wollen wir als Linke mit der Gemeinnützigkeit auf keinen Fall erreichen. Auch sehen wir Mechanismen im Gaming kritisch, die Glücksspiel fördern und Gewalt verharmlosen. Wir müssen in diesem Kontext auch über Zugangsbarrieren sprechen wie hohe Preise für leistungsstarke Hardware und schnelles Internet. Wenn sich der digitale Graben weiter vertieft, ist es mit dem Ideal der gemeinnützigen Breitenförderung nicht weit her. Wir stimmen beiden Anträgen zu, weil wir den Weg der aktiven Gestaltung unterstützen. Beide Anträge haben dabei gute Ansatzpunkte für weitere Debatten. Für meine Fraktion darf ich abschließend feststellen: Uns geht es dabei vor allem um die Förderung von E-Sport, der solidarisch, fair, inklusiv und demokratisch gestaltet ist. – Vielen Dank! [Beifall bei der LINKEN – Beifall von Klara Schedlich (GRÜNE)]

Alle Reden von Kristian Ronneburg Protokoll ↗