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Stephan Standfuß

CDU 10.04.2025 Sitzungen 19/65

Herzlichen Dank, Frau Präsidentin! – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Schedlich schaut schon und denkt sich: Mensch, das ist doch nicht der Hack, der da steht. Von dieser Stelle möchte ich Ariturel Hack, unserem E-Sport-politischen Sprecher alles Gute wünschen. Er ist aus gesundheitlichen Gründen heute leider verhindert. [Zuruf von Tobias Schulze (LINKE)] Auf Seite 120 heißt es in dem nunmehr seit gestern bekannten Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung in seltener Klarheit: „Wir erkennen die Gemeinnützigkeit des E-Sports an.“ Das ist etwas, worum man jahrelang im E-Sport gekämpft hat. Es ist ein großes Thema auch hier bei uns in Berlin. Ich glaube, damit ist ein kleiner Schritt vielleicht für ein modernes Deutschland getätigt worden, aber ein großer Schritt für den gesamten Bereich E-Sport. Das ist allerdings mit vielen Folgefragen verbunden, die erst mal geklärt werden müssen. Dahingehend ist auch unser Antrag zu verstehen. Fakt ist aber auch, dass Berlin bereits die E-Sport-Metropole in Europa ist und die Zahlen dazu eine sehr klare Sprache sprechen. Hier in Berlin gibt es 300 Unternehmen, und da sind wir im Wirtschaftsbereich, mit fast 3 000 Mitarbeitern, die Umsätze machen bis zu einer halben Milliarde Euro. Ich glaube, diese Zahlen sprechen klar für diesen Standort Berlin, der neben Köln, glaube ich, einer der wichtigsten Exportstandorte ist. Aber auch bundesweit gibt es 10 Milliarden Euro Umsatz im Deutschen Gaming-Markt, bis zu 20 Millionen Zuschauer beim E-Sport über Twitch, YouTube et cetera. Das zeigt, dass es hier nicht nur ein großer Wirtschaftsfaktor ist, sondern eine Bewegung, die mit oder ohne Politik unaufhaltsam ist. Man kann auch sagen E-Sport und Gaming gehören zur Lebensrealität der jungen Leute. Das muss anerkannt und gefördert werden. [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD – Beifall von Werner Graf (GRÜNE) und Klara Schedlich (GRÜNE)] Ich komme vielleicht auch noch mal zum IOC. Immerhin hat das IOC entschieden, 2027 die ersten olympischen E-Sport-Spiele durchzuführen. Das zeigt auch, dass selbst das Internationale Olympische Komitee in die richtige Richtung denkt und E-Sport auch olympisch werden lässt, erst mal in diesem Modellprojekt mit eigenen E-Sport-Spielen, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es irgendwann zu einer Integration bei Olympischen Spielen kommt. Ich habe es eben schon gesagt, das Abtauchen in virtuelle Welten, wenn es um Fortnite geht, wenn es um Counter-Strike geht, mit Konsole, Tastatur und Maus, 3D-Brille und allem, was dazugehört, gehört mit zur Lebensrealität der jungen Generation. Deshalb zeigt das an dieser Stelle auch noch mal ganz klar, mit welcher Förderung wir da herangehen müssen und dass wir Berlin tatsächlich zu der E-Sport-Metropole machen müssen, die es auch verdient. Aber es gibt auch offene Fragestellungen und das Thema Gemeinnützigkeit, auch das Thema Autonomie des Sports und auch die Probleme, die damit verbunden sind, sind durchaus zu werten. Man muss an der Stelle auch ganz klar sagen, dass es deshalb richtig ist, so, wie es jetzt auch angegangen wird, dass man den Senat auffordert, was auch schon geschehen ist, eine ressortübergreifende Potenzial- und Bedarfsanalyse zu erstellen, um zu sehen, wo eigentlich die Potenziale sind und aber auch zu sehen, wo die Förderung angemessen ist. Die Ergebnisse muss man dann entsprechend werten und damit dann ein Förderkonzept für die Stadt Berlin, für die Sportmetropole und E-Sport-Metropole Berlin erstellen. Diese Potenzialstudie soll neben den wirtschaftlichen auch die sozialen, sportpolitischen und jugendschutzpolitischen Aspekte des Gamings bearbeiten. Die Bedarfs- und Potenzialanalyse wird dann Grundlage für eine ressortübergreifende E-Sport-Strategie sein. Das ist sinnvoll und gut. Deshalb bitte ich an der Stelle um Ihre Zustimmung und bedanke mich ganz herzlich. [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD – Beifall von Werner Graf (GRÜNE) und Klara Schedlich (GRÜNE)]

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