Thorsten Weiß
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Eine der größten Herausforderungen unseres Bildungssystems ist die Inklusion: Theoretisch ein hehres Ziel, praktisch eine Baustelle voller ideologischer Irrtümer, unter der die Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen leiden. Die radikale Inklusion, die derzeit propagiert wird, so auch unlängst hier im Plenum mit entsprechenden Anträgen der Grünen, basiert nicht auf Fakten, sondern auf Wunschdenken. Wir legen Ihnen heute mit unserem Antrag „Inklusion mit Augenmaß“ eine realistische und umsetzbare Alternative vor. [Beifall bei der AfD] Bildung ist ein Menschenrecht, aber wie dieses Recht umgesetzt wird, ist das Entscheidende. Die radikale Inklusionspolitik fordert die vollständige Auflösung der Förderschulen und eine uneingeschränkte Integration aller Kinder in Regelschulen. Das mag fortschrittlich klingen, ignoriert aber die Realität in unseren Klassenzimmern. Lehrkräfte berichten von zunehmender Überforderung, mangelnder Unterstützung und chaotischen Unterrichtssituationen. Weder Schüler mit noch Schüler ohne Förderbedarf profitieren von einer erzwungenen Einheitsschule. Pädagogik darf nicht zu Ideologie verkommen. Sie muss sich an der Wirklichkeit orientieren! [Beifall bei der AfD] Die Abschaffung der Förderschulen wird als Sieg der Gleichberechtigung gefeiert. Dabei ist sie in Wahrheit ein Akt der Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der Betroffenen. Förderschulen bieten spezialisierte Betreuung, angepasste Lehrpläne und geschulte Pädagogen, die gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. Wer dies abschafft, nimmt sehenden Auges in Kauf, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen in überfüllten Regelschulklassen untergehen. Die wahre Diskriminierung liegt darin, sie einem System auszusetzen, dass auf ihre Bedürfnisse nicht eingehen kann. Der Alltag an Regelschulen ist von Lehrermangel, großen Klassen und wachsender Heterogenität geprägt. Lehrkräfte sind nicht darauf vorbereitet, einem Schüler mit Autismus, einem mit ADHS, einem mit Lernbehinderung und einem hochbegabten Schüler gleichzeitig gerecht zu werden. [Marianne Burkert-Eulitz (GRÜNE): Doch!] Was als pädagogisches Ideal verkauft wird, führt in der Praxis zu Überforderung und Bildungsabbau. Die Folge: Schüler mit Förderbedarf erhalten nicht die Unterstützung, die sie brauchen, [Marianne Burkert-Eulitz (GRÜNE): Doch!] während leistungsstarke Schüler ausgebremst werden. [Beifall bei der AfD] Inklusion darf kein Nullsummenspiel sein, bei dem alle verlieren. Die radikale Inklusion stellt die Bedürfnisse einer Minderheit über die Rechte der Mehrheit. Auch Kinder ohne Förderbedarf haben ein Recht auf eine störungsfreie und leistungsorientierte Schulbildung. … Ein Unterricht, der permanent durch verhaltensauffällige Schüler gestört wird, führt zu Frustration, Leistungsabfall und einer generellen Verschlechterung des Bildungsniveaus. Bildungsgerechtigkeit bedeutet, allen Schülern die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen, nicht sie zwangsweise in ein System zu pressen, das niemandem gerecht wird. [Beifall bei der AfD] Eltern wissen am besten, was gut für ihr Kind ist. Dennoch will der Staat ihnen die Entscheidung nehmen, ob ein Kind eine Regelschule oder eine Förderschule besucht. Unser Antrag sieht eine gesetzlich verankerte Förderschulgarantie vor. Niemand wird ausgeschlossen, [Marianne Burkert-Eulitz (GRÜNE): Doch!] aber niemand wird gezwungen. Eltern sollen nicht nach Ideologie, sondern nach dem Wohl ihres Kindes entscheiden dürfen. [Beifall bei der AfD] Die Lehrkräfte sind das Rückgrat unseres Bildungssystems. Doch wer fordert, dass sie Kinder mit den unterschiedlichsten Förderbedarfen gleichzeitig unterrichten sollen, missachtet die pädagogische Realität. [Marianne Burkert-Eulitz (GRÜNE): Nein!] Viele Lehrer fühlen sich alleingelassen und überfordert. Eine radikale Inklusionspolitik, die keine angemessene Ausbildung und die notwendigen zusätzlichen Ressourcen für Lehrkräfte bereitstellen kann, ist zum Scheitern verurteilt. [Beifall bei der AfD] Der Ihnen vorliegende Antrag ist ein pragmatischer Gegenentwurf zur gescheiterten radikalen Inklusionspolitik. Wir fordern erstens den Erhalt und Ausbau der Förderschulen, weil spezialisierte Förderung essenziell ist. Zweitens fordern wir sinnvolle Kooperation zwischen Förder- und Regelschulen statt einer unreflektierten Zwangseingliederung. Drittens fordern wir keine Überforderung des Regelschulsystems. Alle Schüler haben ein Anrecht auf optimale Förderung. Und viertens fordern wir Elternwahlrecht, damit Inklusion eine echte Option und keine Zwangsmaßnahme ist. [Beifall bei der AfD] Die radikale Inklusion ist ein pädagogisches Experiment, dessen Folgen für eine ganze Schülergeneration katastrophal sind. Eine realistische Bildungspolitik muss sich an der Praxis orientieren, nicht an Ideologien. Unser Antrag setzt auf Vernunft, Fairness und Qualität für alle Schüler. Wir wollen eine Bildungspolitik gestalten, die nicht nur gut klingt, sondern auch funktioniert. – Vielen Dank! [Beifall bei der AfD]
