Dr. Bahar Haghanipour
Bitte schön, Frau Senatorin Günther-Wünsch, Sie haben das Wort! Senatorin Katharina Günther-Wünsch (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Trefzer! Vielen Dank für die Nachfrage! An der Bergius-Schule gab es einen Brandbrief. Sie alle kennen den, und ich war bereits im November, kurze Zeit nach dem Brandbrief, an der Bergius-Schule. Seitdem halten wir wöchentlich Kontakt zum Schulleitungsteam und zum gesamten Schulkollegium über die Schulaufsicht, aber auch über das zentrale Referat bei mir in der Bildungsverwaltung. Ihre Frage richtet sich konkret danach, was wir bisher getan haben. Der Brandbrief der Bergius-Schule beinhaltet unterschiedliche Forderungen. Ich möchte Ihnen einige davon nennen, die wir bereits umgesetzt haben beziehungsweise das Angebot zur Umsetzung gemacht haben. Das erste, was die Bergius-Schule forderte, waren Kontakte zur Schulpsychologie, regelmäßige Termine des Schulpsychologen in der Bergius-Schule. Dazu kann ich nur sagen, grundsätzlich steht das all unseren Schulen offen, aber aufgrund des Brandbriefs hat das SIBUZ, wo auch die Schulpsychologie angesiedelt ist, der Bergius-Schule ganz konkret Termine angeboten, wo sie regelmäßig zur Beratung, zur Konfliktbewältigung in die Schule kommen. Diese Termine sind bisher nicht von der Bergius-Schule in Anspruch genommen worden. Die kritisierte fehlende Verwaltungsleitung ist seit November in der Einarbeitung und steht ab dem 1. Februar dieses Jahres vollumfänglich der Bergius-Schule zur Verfügung. Das Nächste – das wäre eine konkrete Auswirkungen auf den Vorfall gestern gewesen –: Direkt nach meinem Termin in der Schule habe ich der Bergius-Schule und dem Schulkollegium in Rücksprache auch mit dem Bezirk das Angebot eines Wachschutzes gemacht. Wir hätten das aus Verwaltungsmitteln organisiert. Das ist von der Schulleitung der Bergius-Schule ganz konkret abgelehnt worden. Ich möchte damit deutlich machen: Wir sind wöchentlich und innerhalb der Woche mehrmals im Austausch mit der Bergius-Schule. Die Konsequenz, die aus den letzten Wochen gezogen worden ist, ist, dass wir eine Steuerungsgruppe an der Bergius-Schule installieren, die alle Beteiligten unterstützen soll. Es wird zusätzliche Unterstützung für die Schulaufsicht und für die Schulleitung geben. Wir werden Coaching und Supervision anbieten. Übrigens war Supervision auch eine Forderung im Brandbrief. Das ist ab dem ersten Moment angeboten worden, aber bisher nicht von der Bergius-Schule in Anspruch genommen worden. Ich kann deshalb nur einmal mehr appellieren, dass bei solchen krisenhaften Situationen alle Akteure, die an einer Schule gemeinsam wirken, auch kooperativ zusammenarbeiten und sich nicht ineinander verhaken aufgrund von Dingen, die in der Vergangenheit passiert sind, sondern man wirklich auch im Sinne der Schulgemeinschaft an einem Strang zieht. Heute Vormittag auf dem Weg hierher zum Plenum habe ich mit der Schulleitung der Bergius-Schule aufgrund des gestrigen Vorfalls sowie mit dem zuständigen Polizeiabschnitt telefoniert. Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich heute das Angebot eines Wachschutzes erneuert habe, um zumindest Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen jetzt das Gefühl von Sicherheit, dass sie in dieser Schule ihren Unterricht erleben können, zu geben. Auch das ist vorhin am Telefon wieder abgelehnt worden. Aber es soll noch mal im Kollegium besprochen werden. Ich habe von der Polizei im Gegenzug die Rückmeldung, dass zunächst heute, morgen und am Montag der Schulbeginn und das Schulende von der Polizei begleitet wird. Die Innensenatorin sitzt neben mir. Sie können aber mit Sicherheit auch nachvollziehen, dass es keine Dauerlösung ist, dass wir dort Polizistinnen und Polizisten hinschicken. Deswegen appelliere ich nach wie vor, dass wir, Schulaufsicht, Schulleitung und die Bildungsverwaltung, konstruktiv an den Maßnahmen, die ich gerade eben noch mal dargestellt habe, weiterarbeiten und in die Umsetzung gehen. Mittelfristig muss es eine Debatte darüber geben, wie die Unterstützungssysteme, die der Bergius-Schule zur Verfügung stehen, sprich Schulsozialarbeit, SIBUZ, Krisenteams, Schulpsychologie, auch von allen anderen Schulen in unserem Land Berlin so genutzt und konzeptionell so aufgestellt werden, dass sie auch wirksam werden können. Da haben alle Beteiligte einen Anteil zu leisten. Ich möchte auch noch mal dafür werben, dass gerade auch in der öffentlichen Debatte nicht nur einzelne Akteure wahrgenommen werden, sondern wirklich die gesamte Schulgemeinschaft, und auch alle handelnden Personen zu Wort kommen können. – Vielen Dank!
