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Dennis Buchner

SPD 05.12.2024 Sitzungen 19/57

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Jetzt könnte ich viel über die Faszination der Olympischen und Paralympischen Spielen als einem Fest des Sports, der Freundschaft und Verständigung sprechen. Ich könnte auch darüber sprechen, wie man Olympische und Paralympische Spiele nachhaltig gestaltet, weil nun gerade eine deutsche Bewerbung auch dazu beitragen könnte, dass eben nicht große neue Sportstätten entstehen, sondern wir in die bestehenden Strukturen investieren können. Ich könnte wie der Kollege Standfuß auch noch einmal darüber sprechen, dass wir noch heute in den Sportstätten von 1936 in Berlin Sport treiben und natürlich auch aus der 1972er-Ausrichtung in München der Olympiapark genutzt wird, im Übrigen auch die Menschen dort noch die U-Bahn nutzen, die für die Olympischen Spiele gebaut worden ist. Ich könnte Ihnen von Barcelona erzählen, dem Ausrichter von 1992, die in den folgenden zehn Jahren jeweils mindestens viermal so viele Besucher hatten wie vor der Ausrichtung der Olympischen Spiele. Ich könnte noch einmal sagen, wie wichtig die drei Hallen sind, die wir aus der gescheiterten Olympiabewerbung für 2000 in dieser Stadt haben, Hallen, die, wenn es nach dem Willen der Grünenfraktion im Abgeordnetenhaus gegangen wäre, nach dem Scheitern der Bewerbung nicht fertig gebaut worden wären. Auch damals lagen Sie schon falsch. Ich könnte natürlich auch unschwer vorrechnen – das machen wir vielleicht im Ausschuss –, dass auch die Zahlen aus dem Linkenantrag weit hergeholt sind. Dazu würde schon der Blick auf die Spiele von Paris 2024 ausreichen. Das mache ich aber alles nicht ausführlich, sondern ich spreche lieber über eine gerade im Zerfall befindliche Oppositionspartei, die eines nicht verstanden hat: Dass Berlin sich heute die gebührenfreie Kita, gebührenfreie Hortbetreuung, ein günstiges Sozialticket, das günstigste in Deutschland leisten kann, [Julian Schwarze (GRÜNE): Was hat das denn jetzt mit Olympia zu tun?] auch mit 19 Euro übrigens, dass wir ein kostenloses Grundschulmittagessen beispielsweise haben, dass bei uns schwimmen gehen günstig ist, dass wir ein gutes Unterstützungssystem für Obdachlose haben, das liegt ja nicht daran, dass in der Finanzverwaltung von Stefan Evers ein Goldesel stehen würde, sondern es liegt daran, dass Berlin seit Jahren ein stabiles Wachstum hat, die Zahl der Beschäftigten steigt, das verfügbare Einkommen steigt, die Steuereinnahmen gestiegen sind. Nur wer Steuergelder einnimmt, kann am Ende auch ein System von sozialer Sicherheit finanzieren. [Zuruf von Katrin Schmidberger (GRÜNE)] Und das ist das, was die Berliner Linken eben nicht verstehen. Sie haben immer Ideen, Geld auszugeben, aber nicht dafür, wie wir die Stadt attraktiv und wirtschaftlich stark halten. [Beifall bei der SPD und der CDU – Zuruf von Katrin Schmidberger (GRÜNE)] Um diese Stadt attraktiv und wirtschaftlich stark zu halten, braucht es auch sportliche Großereignisse; da sieht man die Grünen dann auch immer. Da gehört die Weltmeisterschaft 2006 dazu, die EM 2024, [Zuruf von Karsten Woldeit (AfD)] die Special Olympics World Games, die wir durchgeführt haben, das DFB-Pokalfinale. Man kann es im Übrigen auch – wir wollen ja solche NFL-Spiele auch haben – in Frankfurt und München sehen, dass diese großen Veranstaltungen jeweils weit mehr in die Kassen einer Stadt bringen, als sie gekostet haben. Um mal eine Zahl zu nennen, die für London 2012 in der Welt ist: Das hat in den Jahren danach an zusätzlichem Tourismus, an zusätzlichen Investitionen 40 Milliarden Pfund gebracht. [Zuruf von Dr. Klaus Lederer (LINKE)] Ich will aber auch noch einen Satz an die Linke dazu sagen: Der Irrglaube, dass am Ende, wenn wir die Olympischen und Paralympischen Spiele nicht ausrichten, auch nur 1 Euro mehr für die Sportinfrastruktur, für die Breitensportinfrastruktur ausgegeben werden kann, [Anne Helm (LINKE): Könnte man machen!] ist wirklich ein Irrglaube, weil es am Ende darum geht, nicht nur das eigene Geld sozusagen in dieser Stadt auszugeben, sondern auch die Zuschüsse des Internationalen Olympischen Komitees, die bei 2 Milliarden Euro in etwa liegen. – Und natürlich, es geht um eine deutsche Olympiabewerbung. Am Ende, egal mit welchen Ausrichterstädten wir das machen, gibt es auch eine Verantwortung der deutschen Bundesregierung, des Deutschen Bundestages, für ausfinanzierte Spiele zu sorgen. Möglichst viel Geld davon soll am Ende auch in sportlicher Infrastruktur, in Barrierefreiheit und Ähnlichem in Berlin bleiben. Ich will aber auch zu der anderen Oppositionspartei noch ein paar Worte sagen. Die Grünen in Bayern, die gerne mal mitregieren würden, sind für Olympische und Paralympische Spiele. Die Grünen in Hamburg, die mitregieren, sind für Olympische Spiele und Paralympische Spiele. [Julian Schwarze (GRÜNE): Wir sind aber in Berlin!] Die regierenden Grünen in Nordrhein-Westfalen sind für Olympische und Paralympische Spiele. Und die regierenden Grünen im Bund sind für Olympische und Paralympische Spiele. Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Denn wer regiert, hat verstanden, was haushaltstechnisch sinnvoll ist, auch um diese Stadt attraktiv zu halten. Wer auf der Oppositionsbank sitzt, hat offenbar ein anderes Kalkül und eine andere Agenda. [Zuruf von Katrin Schmidberger (GRÜNE)] Olympische und Paralympische Spiele sind eben nicht nur eine faszinierende Sportveranstaltung, sondern sie könnten über diesen langen Zeitraum, der bis 2040 vergehen wird, ein Treiber für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Stadt sein, ein Treiber für die Attraktivität dieser Stadt, ein Treiber für gute Steuereinnahmen und ein Treiber dafür, dass in dieser Stadt weiter Arbeitsplätze entstehen und wirtschaftliches Wachstum herrscht. Das ist der Grund, warum wir uns im Koalitionsvertrag auf eine Bewerbung geeinigt haben, warum es die entsprechende Senatsvorlage gegeben hat und warum es richtig wäre, Berlin zu einer Ausrichterstadt für Olympische und Paralympische Spiele zu machen. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! [Beifall bei der SPD und der CDU]

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