Katrin Seidel
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Kollegin Burkert-Eulitz hat es gesagt: Der vorliegende Antrag ist überflüssig. Was hier gefordert wird, ist bereits in der Umsetzung. Richtig ist, dass es um die Rettung der Pflegekinderhilfe geht. Die hat in den letzten zehn Jahren ohne irgendwelche finanziellen Aufwüchse durch ehrenamtliches Engagement durchgehalten. Die Maßnahmen, die seit Langem, bereits unter den rot-rot-grünen und rot-grün-roten Vorgängerregierungen, geplant worden sind, insbesondere nach den Ergebnissen der Studie von 2021 und den daraus folgenden Handlungsempfehlungen, kommen nun auf den Weg. Das wurde bereits mehrfach vorgetragen. Denn die Zahlen der zur Verfügung stehenden Pflegeeltern sind rückläufig, und diese kümmern sich gerade um sehr junge Kinder oder um solche mit komplexem Hilfebedarf. Diese sind ganz sicher meistens in einer Pflegefamilie mit einer stabilen Personenbindung besser aufgehoben als in einer Gruppe mit ständig wechselndem Personal. Herr Kollege Freier-Winterwerb! Ich würde jetzt kurz über meine Erwartung an Regierungsarbeit sprechen, denn wir haben leider in allen Berliner Bezirken deutlich zunehmende Zahlen bei den Fällen für die Hilfen zur Erziehung und bei den Meldungen von Kindeswohlgefährdung. Demgegenüber haben wir nicht genügend Plätze für die stationäre Jugendhilfe und vor allem haben wir einen eklatanten Fachkräftemangel. Die Belastung der Jugendämter, die alle für eine gute Kooperation brauchen, ist enorm. Durchschnittlich 15 Prozent der zur Verfügung stehenden Stellen sind nicht besetzt. Das Gesamtsystem Jugendhilfe ist erheblich unter Druck. Die Bezirke, die ja die Jugendhilfe vor Ort umsetzen, brauchen finanziellen und strukturellen Rückhalt. Elf von zwölf Bezirken prognostizieren einen Mehrbedarf von über einer Million Euro bei den Hilfen zur Erziehung nach der Basiskorrektur. Hier ist der Senat in der Verantwortung, denn Kinderschutz ist keine optionale Leistung. – Vielen Dank! [Beifall bei der LINKEN – Beifall von Alexander Freier-Winterwerb (SPD)]
