Louis Krüger
SehrgeehrteFrauPräsidentin!SehrgeehrteAbgeordnete! „Abrakadabra,Simsalabim“– sokönntenwohldieneuen VV Zumessung für das nächste Schuljahr starten, denn die Senatsverwaltung hat offensichtlich magische Kräfte entwickelt.SchauenwirunszumBeispieldieAussetzung des ProfilbedafsII an. Hier werden 300VZE, also Vollzeiteinheiten Lehrkräfte eingespart, und gleichzeitig erklärt die Senatorin: Das wird man gar nicht merken, das wird man abfedern können. Niemand wird daran einen Schadenhaben. – FürmichistdasZauberei. Genauso geht es ja weiter mit der weiteren Kürzung der strukturellen Unterstützung, die schon angekündigt wurde, also all dessen, was nicht die Stundentafel ist. Auch hier soll es angeblich keine Einschnitte bei der Sprachförderung und bei der Inklusion geben – für mich ein magischesMeisterwerk. Wenn man sich jetzt das neue Schuljahr anschaut, dann wurden halb so viele offene Lehrkräftestellen gemeldet, wie das eigentlich noch im letzten Schuljahr war beziehungsweise prognostiziert war, und das, obwohl die Anzahl der Einstellungen nicht massiv höher war als in der Vergangenheit. Ein Taschenspielertrick? – Ich weiß es nicht. Als Letztes das Landesinstitut: Auch hier wurde erklärt, es wird weniger Lehrkräfte geben, es wird weniger Betreuung geben, es wird weniger Abordnungen geben, damit mandieLehrkräfteindie Schulen holen kann, und trotzdem wird es eine qualitativ hochwertigere Ausbildung – fürmicheinmagischesMeisterwerk. Ich gebe es offen zu: Ich kann nicht so zaubern. Deswegen haben wir hier Vorschläge, die auch ohne Magie funktionieren: einmal die Einstellungskontingente, damit keineSchuleüberdenDurchschnittausstattendarfzulasten von Schulen, die ohnehin schon belastet sind. Das unterscheidet sich natürlich von dem, was die Schulaufsichten in den Bezirken machen, denn natürlich versuchen die, eine regionale Verteilung zu steuern. Ein Kontingent, das am Durchschnitt orientiert ist, gibt es nicht. Das gab es mit uns, mit der alten Koalition. Sie haben ja auchangesprochen,wasinderVergangenheitpassiertist. Das gab es, und das Erste, was die neue Koalition gemacht hat, war, das zurückzunehmen. Man merkt ganz klar den Unterschied zwischen einer rot-grün-roten und einerschwarz-rotenRegierung. [Frank-ChristianHansel(AfD):Na,GottseiDank!] Das Zweite sind die Stipendien, orientiert an den Landlehrerinnen- und Landlehrerstipendien in Brandenburg. Nun haben wir in Berlin keine ländlichen Regionen, das ist klar, auch wenn man das angesichts von Feldern und Wäldern manchmal denken könnte. Trotzdem halten wir das für eine gute Idee, um angehende Lehrkräfte schon während des Studiums an Bedarfsregionen zu binden. DasistdannaberaucheinUnterschiedzudemQ-Master-Stipendium, das es gibt, und dashatauch nichts mit dem Flexi-Semesterzutun,dasjanurdasVerhältniszwischen Referendariat und dem Praxissemester beziehungsweise dem Masterstudium verändert, aber am Ende nicht dazu führt,dassdieLehrkräfteindenBedarfsregionenbleiben. DasDrittesind danndie temporärenAbordnungen. Auch hier: Klar, das passiert zeitweise schon. Wir würden uns aber wünschen, dass das noch weiter ausgebaut wird, weilwirdanochPotenzialsehen. ZumAbschlussnocheinkleinespersönlichesGeständnis: Ich bin ja ein großer Fan des Harry-Potter-Universums, wie wahrscheinlich viele in meiner Generation, und ich hätte mir gewünscht, in Berlin auf eine Schule für HexereiundZaubereizugehen. [ZurufvonFrank-ChristianHansel(AfD)] BisdieserTraumallerdingswahrwird,solltenwirunsan der Realität orientieren und Vorschläge machen, die wirklich etwas dazu beitragen, den Lehrkräftemangel zu beheben. – VielenDank! [BeifallbeidenGRÜNEN – AlexanderBertram(AfD):Abrakadabra! MangelndeErnsthaftigkeit!] PräsidentinCorneliaSeibeld: Vielen Dank! – Für die SPD-Fraktion hat der Kollege HoppdasWort.
