Sandra Khalatbari
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Beide vorliegenden Anträge gehen auf ein Problem ein, das schon in den letzten Legislaturperioden mit ganz anderen Koalitionen ein immer nur näherungsweise zu lösendeswar.JetztinderOppositionversuchenSie,liebe Linken und Grünen, der aktuellen Koalition anzudienen, quasi die Quadratur des Kreises zu bewerkstelligen und zu vollenden und dann in die Praxis zu transferieren. Wenn Sie formulieren – ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin – : „Der Senat wird dazu aufgefordert, eine strategische Steuerung der Verteilung von Lehrkräften an Berliner Schulen vorzunehmen, um so eine möglichst gerechte Verteilung der LehrkräfteausstattungandenSchulenzuermöglichen“, dann frage ich: AllenErnstes? Wieviel, oder besser: wie wenigwissenSievondem, wasJahrfürJahr indenregionalen Außenstellen, im Zusammenwirken von Schulleitung und Schulaufsicht und der Personal-, Frauen- und Schwerbehindertenvertretung gemacht wird? – Es ist in großenTeilengenaudas,wasSiehierbeantragen. [VereinzelterBeifallbeiderCDU] Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie setzt bereits Maßnahmen zur Steuerung der Lehrkräfteversorgung ein. Dass das Unterfangen nicht immer, zu jeder Zeit, an jedem Ort zu 100Prozent von Erfolg gekröntist,hatunterschiedliche Ursachen. AnderOptimierung der Prozesse wurde bisher schon im Laufe eines jeden Schuljahres, manchmal auch sehr strittig, gearbeitet, sodass permanent, schneller und im Sinne der zu versorgenden Kinder und Jugendlichen in den Schulen flächendeckend eine PflichtversorgungzumBeginneines jedenSchuljahresweitgehendgegebenist. ZurAbdeckungderStundentafelsindandenallgemeinen Berliner Schulen 17978Vollzeiteinheiten Lehrkräfte tätig. Insgesamt arbeiten 31364 Vollzeiteinheiten, also Lehrkräfte, an den Berliner Schulen, davon 2827 VZE Lehrkräfte andenberuflichen Schulen. Angesichtsdieser Lage hat die Abdeckung der Stundentafel an allen BerlinerSchulenfürdieSenatsverwaltungfürBildung,Jugend und Familie oberste Priorität. Daher wurde – wie Sie, Frau Brychcy, schon gesagt haben – mit Beginn des Schuljahres 2024/25 der ProfilbedarfII in Höhe von 310Vollzeiteinheiten temporär ausgesetzt. Diese Maßnahme wird eine Wirkung dahingehend entfalten, die vorhandenen Lehrkräfteressourcen im Sinne der Bildungsgerechtigkeit besser in der Stadt zu verteilen. Nachdem in den vergangenen Jahren oftmals Maßnahmen der Bestandserhöhung im Vordergrund standen, siehtdieSenatsverwaltungnunmehrdieseMaßnahmeder temporären Bedarfsreduzierung als zielführend an, um insbesondere Schulen in herausfordernder Lage zu unterstützen. Wenn ich mir nur mal, liebe Grünen, Ihre dritte Forderungansehe: „Zeitlich befristete (Teil -)Abordnung von Lehrkräften an benachbarte Schulen mit einer unterdurchschnittlichenLehrkräfteversorgung“, so stelle ichfest:Das wird seitJahr undTagnichtnur zu Beginn eines jeden Schuljahres, sondern ganzjährig in allen zwölf Außenstellen bei den zentral verwalteten Schulen praktiziert. Hier sieht man also schon: Von Sachkenntnis ist der Antrag leider nicht unbedingt getrübt. Zu Ihrer Forderung Nummer zwei lassen Sie mich bitte festhalten: Die Einführung eines Stipendiums für alle Lehramtsstudierendenisteinfachnicht wirtschaftlichund wird zudem durch die geplante Einführung eines flexibilisierten Praxissemesters, das sich besser mit einer Tätigkeit an einer Schule vereinbaren lässt, obsolet werden. VonQ-Master-StudiengängenüberdieMINT-Fächerund so weiter und sofort:Dortgibtesbereits100Stipendien, und die Stipendienprogramme für die Mangelfächer werdenaufjedenFallgeradegeprüft. Denken Sie bitte daran: Am Samstag ist der Berlin-Tag, die größte Berufs- und Informationsmesse im Bildungsbereich. Die Einstellungskontingente können einfach auch nur dann erfolgreich sein, wenn es auch genügend Lehrkräfte vor Ort gibt. Beide Anträge sind deshalb aus unserer Sicht abzulehnen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [BeifallbeiderCDU] PräsidentinCorneliaSeibeld: Vielen Dank, Frau Kollegin! – Für die Fraktion Bündnis90/DieGrünenhatjetztderKollegeKrügerdasWort.
