Christoph Wapler
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Welche Bedeutung die zuständige Senatorin Frau Giffey dem Thema beimisst, kann man auch heute wieder besichtigen. – Gleich vorab: Wir werden dem Antrag in dieser Fassung zustimmen. – Sie haben recht, Frau Atli! Die Bedürfnisse älterer Menschen müssen im öffentlichen Leben und sicher auch im Einzelhandel mehr Berücksichtigung finden. Deshalb teilen wir Ihre Intention, Seniorinnen ein barrierearmes Einkaufen zu ermöglichen. Wenn wir jetzt schon zum zweiten Mal, jetzt über die Beschlussempfehlung aus den Ausschüssen, debattieren, erlauben Sie mir den Hinweis, dass wir zustimmen auf der Grundlage unseres Änderungsantrags, den die Koalition dankenswerter- und auch richtigerweise übernommen hat. Denn wenn wir ein Konzept erarbeiten wollen, wie wir im Handel auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen eingehen, dann müssen wir sicher den Handelsverband und die IHK einbinden, aber natürlich müssen dabei doch auch die Seniorenmitwirkungsgremien eine tragende Rolle spielen. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. [Beifall bei den GRÜNEN] – Gerne! – Denn es geht darum, dass wir mit den Seniorinnen reden und nicht über sie. Deshalb hat mich das etwas gewundert, dass Sie das in Ihrem Antrag vergessen hatten. Das haben wir mit unserem Änderungsantrag korrigiert; da waren wir uns im Ausschuss auch schnell einig. Einig müssten wir uns auch darin sein, wie wenig mit diesem Antrag getan ist, denn Sie haben nicht nur vergessen, die Seniorinnen zu beteiligen, sondern, weil das ins Bild passt, und die Kollegin Catrin Wahlen weist seit geraumer Zeit darauf hin, gerade auch diese Seniorenvertretung wartet seit Langem auf die angekündigte Novelle zum Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz. Eins sollte klar sein, und da können und müssen wir dann auch weiter diskutieren: Der demografische Wandel ist eine Herausforderung, nicht allein für den Handel. Es wird nicht nur zunehmend schwieriger, Arbeitskräfte zu finden, sondern der Handel muss sich auch auf ältere Kundinnen einstellen. Er trägt da als Versorger der Berlinerinnen eine geballte Verantwortung; die nehmen viele Händlerinnen schon wahr. Das ist auch hier durchaus zu würdigen. Barrierefreiheit – lassen Sie mich das auch noch sagen! – ist wesentlich für eine soziale Teilhabe für Seniorinnen und für viele andere Menschen auch. Für echte Teilhabe aber reicht es nicht, Barrieren abzubauen, sondern da geht es auch um Geld. Damit Seniorinnen einkaufen können, müssen wir vor allem auch Altersarmut bekämpfen. Die nächste Mindestlohndebatte kommt bestimmt schon bald. Bei der Gelegenheit werden wir Sie auch daran erinnern. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN]
