Sebahat Atli
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauende! Die vorliegende Beschlussvorlage, die wir im Sozial- und im federführenden Wirtschaftsausschuss debattiert haben, fand – mit Ausnahme der AfD-Fraktion – eine breite Unterstützung. Es geht um die Stärkung der Interessen der Seniorinnen und Senioren als Kundinnen und Kunden im Einzelhandel, eine Gruppe, die einen wichtigen Teil unserer Gesellschaft darstellt und deren Bedürfnisse im Alltag allzu oft übersehen werden. [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU] Für ältere Menschen ist Einkaufen auch gesellschaftliche Teilhabe. So traurig es ist, bedeutet das für viele die einzige Möglichkeit, unter Menschen zu kommen und ein paar Worte zu wechseln, sei es auch nur mit der Kassiererin oder dem Kassierer. Einkaufen ist auch eine körperliche Herausforderung und wirkt sich positiv auf die Fitness und die Gesundheit aus. Deshalb haben wir als SPD-Fraktion den vorliegenden Antrag initiiert und gemeinsam in der Koalition auf den Weg gebracht. Darin fordern wir den Berliner Senat auf, gemeinsam mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg und der IHK ein Konzept zu entwickeln, das die Einkaufsbedürfnisse der Seniorinnen und Senioren stärker berücksichtigt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind keineswegs übertrieben, sondern pragmatisch und sinnvoll: eine Mindestbreite des Kassenbereichs für Rollatoren und Rollstühle, gut erreichbare Produkte, größere Preisschilder, leicht zugängliche Kunden-WCs mit automatischen Türen und Plauschkassen. All diese Vorschläge verbessern nicht nur das Einkaufserlebnis älterer Menschen, sondern kommen auch anderen Käufergruppen, wie Menschen mit Behinderungen und Eltern mit Kinderwagen, zugute. Auf den Punkt gebracht, geht es hier um die notwendigen Anpassungen an die älter werdende Gesellschaft, eine veränderte Bevölkerungsstruktur und die Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit im Einzelhandel, [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU] was im Jahr 2024 nicht mehr als Luxus, sondern als Standard betrachtet werden muss. Die AfD-Fraktion hat gegen diesen Antrag gestimmt. Das überrascht mich nicht, denn Inklusion und das Schaffen von Teilhabemöglichkeiten für alle gehören offensichtlich nicht zu ihren Prioritäten. Wir nehmen die Bedürfnisse der älteren Menschen ernst, Menschen, die diese Stadt und dieses Land aufgebaut haben. [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU] Jetzt ist es an uns, den Alltag der älteren Menschen so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Berliner Einzelhandel seniorenfreundlicher wird! Stimmen Sie mit der Koalition dieser Beschlussvorlage zu! – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]
