Jörg Stroedter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen heute in der Aktuellen Stunde über die erfolgreiche 100-jährige Geschichte der Internationalen Funkausstellung in Berlin. [Katina Schubert (LINKE): Sehr aktuell, wenn sie schon 100 Jahre alt ist! – Tobias Schulze (LINKE): Die Frage ist, warum, Herr Stroedter!] Die IFA ist beliebte Publikumsschau und Ordermesse für Fachpublikum. Sie steht für Fortschritt und ist der Ort der Zukunft, wo Neugier auf Einfallsreichtum trifft. [Beifall von Martin Trefzer (AfD)] Unser aller Zukunft ist ohne technologischen Fortschritt nicht denkbar. Jede Innovation zieht Investitionen, Unternehmensgründungen und neue Arbeitsplätze nach sich. Der Rückblick auf die IFA der vergangenen 100 Jahre seit 1924 zeigt: Ohne technologischen Fortschritt war auch die damals sogenannte Große Deutsche Funkausstellung nicht möglich. [Zurufe von der LINKEN] Die IFA hat die Berlinerinnen und Berliner damals sehr beeindruckt und beeindruckt die Menschen noch heute, auch wenn sie manchen im Parlament nicht beeindruckt. 1924 staunte man über den Röhrenfernseher und Telefone, heute über KI. Mit einem Besucherzuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr begeisterten sich im Jahr 2024 mehr als 215 000 Besucherinnen und Besucher, davon allein 133 000 Fachbesucher in den vergangenen Tagen auf dem Messegelände in Berlin für den Einsatz von KI bei der alltäglichen Anwendung von Haushaltsgeräten. [Tobias Schulze (LINKE): Hat das mit dem Catering eigentlich geklappt auf der IFA?] Auch der Kanzler ließ sich auf seinem Rundgang bei der Eröffnung der IFA beeindrucken. Die bemerkenswerte neue Qualität der weißen Ware prüfte er anhand eines kratzfesten Kochfeldes und ließ sich auf seinem IFA-Besuch überzeugen. Mehr als 1 800 Aussteller zeigten neueste Innovationen aus den Bereichen Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit und digitaler Gesundheit. 100 Jahre IFA-Geschichte in Berlin hat unserer Stadt gutgetan. Die Stadt Berlin hat aber auch der IFA gutgetan. Deshalb verknüpfe ich meine Glückwünsche zum 100-jährigen Jubiläum der IFA mit der Bitte um ein Bekenntnis der IFA zu weiteren Jahrzehnten am Standort Berlin. Die Debatte um die IFA in den vergangenen Jahren war wenig zielführend. Der Versuch, die IFA Berlin wegzunehmen – mithilfe eines ehemaligen Geschäftsführers der Messe Berlin –, war mehr als bedauerlich. Außerdem darf das Land nicht nur der Vermieter dieser Veranstaltung sein, sondern sollte Gastgeber und Ausrichter der IFA sein, wie das bei anderen Leitmessen in Berlin der Fall ist. Das ist die richtige Botschaft. Im Jahr 1924 wurde nicht nur die IFA ausgerichtet, sondern auch mit dem Bau des Funkturms begonnen – interessante Parallele. Das zeigt, wie eng der Berliner Messeplatz mit seinem Wahrzeichen Funkturm und der IFA verknüpft ist. Auch die IFA ist ein Wahrzeichen Berlins, das wir hier am Standort weiterentwickeln wollen. Nicht nur für Fachpublikum bietet die IFA ihre Produkte an, sondern sie ist vor allem in all den Jahren auch eine sehr gut angenommene Publikumsmesse gewesen und hat damit über den deutschen Markt hinaus Maßstäbe gesetzt. Die Messehallen waren in diesem Jahr vollständig ausgebucht. Das zeigt, wie beliebt die IFA nach wie vor ist. In Zeiten von zunehmendem Onlinehandel bekommen Messen einen immer wichtigeren Wert für die Besucherinnen und Besucher. Messen können die Bedürfnisse der Menschen nach persönlicher Inaugenscheinnahme erfüllen. Auf Messen können Dinge angefasst und probiert werden. So vielfältige und intensive Erlebnisse schafft sonst kein anderer Ort. Deshalb sehe ich eine große Zukunft für Messen mit Publikumsschauen auch in den nächsten Jahrzehnten in Berlin. Der Standort Berlin hat mit dem zentralen, verkehrstechnisch sehr gut angebundenen Messegelände ein großes Asset, das wir mit der Fortführung der vorhandenen Messen und der Ansiedlung weiterer Messen stärken wollen. Das sollte auch bei mancher Debatte Berücksichtigung finden. Die IFA war von Beginn an beliebt. Jedes Jahr kamen mehr Besucher. Die IFA hat auch große internationale Bekanntheit und viele internationale Gäste. Internationalität und gelungene Kooperationen über Grenzen hinweg beleben Wirtschaftsstandorte seit Jahrhunderten. Auch heute ist unser Wohlstand maßgeblich bestimmt von positiven, grenzüberschreitenden Kontakten und internationaler Zusammenarbeit. [Beifall bei der SPD und der CDU – Tobias Schulze (LINKE): Wohlstand, aber kein Essen in der Schule!] – Ihr seid doch schon bei 2,5 Prozent. Trotzdem mal ein bisschen ruhiger bleiben! [Beifall bei der SPD und der CDU – Zurufe von der LINKEN] – Das nächste Mal sitzt hier BSW. Das prophezeie ich euch. [Beifall bei der SPD und der CDU – Elif Eralp (LINKE): Da ist eine Demo vor der Tür! Fragt euch mal warum! Das war unter R2G nicht so!]
