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Linda Vierecke

SPD 06.06.2024 Sitzungen 19/49

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Interessant finde ich ja, dass Sie als AfD versuchen, sich als Stimme der Natur darzustellen und in Wirklichkeit in allen Parlamenten dieses Landes und auch auf EU-Ebene doch genau das Gegenteil machen. Ein kleiner Blick verrät: Das EU-Parlament hat in den letzten fünf Jahren über ganz viele Natur- und Umweltgesetze abgestimmt. Sie als AfD haben gegen so gut wie alle dieser Gesetze gestimmt, darunter ein Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten, damit Vögel nicht an einer Bleivergiftung sterben – haben Sie abgelehnt –, oder eine Pestizidverordnung, die die Verwendung von Pestiziden einschränkt – haben sie abgelehnt –, Klimasozialfonds – Sie ahnen es – wurde von Ihnen abgelehnt, [Marc Vallendar (AfD): Klima und Natur sind zwei verschiedene Dinge!] Wem die Natur wichtig ist, sollte weder bei der Europawahl noch bei irgendeiner anderen Wahl sein Kreuzchen bei der AfD machen. [Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Anne Helm (LINKE)] Nun also dieser Antrag von Ihnen in unserem Hohen Haus: Wohlgefühl in der Natur statt Klimaangst im Klassenzimmer. Fiktion statt Fakten könnte man es dann auch überschreiben. Der menschengemachte Klimawandel ist eine Realität, und ich halte es für wichtig, dass wir darüber auch in unseren Klassenzimmern reden, über die Gefahr und eben auch über Lösungen. [Marc Vallendar (AfD): Welche Lösungen haben Sie denn?] Genau das haben meine Vorredner gut erklärt, machen wir nämlich auch schon. [Beifall bei der SPD – Beifall von Bettina Jarasch (GRÜNE)] Übrigens sind unsere Kinder auch nicht blöd. Die merken schon, dass wir inzwischen alle paar Jahre ein Jahrhunderthochwasser haben. Auf das Thema Klimaschutz müssen wir also als Ganzes schauen. Naturschutz ist wichtig, Natur erleben ist absolut wichtig, und genauso überlebenswichtig ist der technische Klimaschutz. Wir brauchen erneuerbare Energien, wir brauchen Windkraft, wir brauchen Photovoltaik. Was wir nicht brauchen, sind Anträge der AfD, die uns in ein Wohlgefühl einlullen wollen. [Beifall bei der SPD – Beifall von Dirk Stettner (CDU), Dr. Bahar Haghanipour (GRÜNE) und Carsten Schatz (LINKE)] Sie fordern in Ihrem Antrag, dass wir Kinder und Jugendliche aus Berlin in die Natur schicken, und dann wird alles gut. Unser Ansatz ist ein bisschen umfassender. Am Wochenende ist der Lange Tag der Stadtnatur eine Möglichkeit, Natur zu erleben, aber man kann das wirklich auch jeden Tag machen. Natur ist hier vor unserer Haustür, und die Bäume, Sträucher und Arten, die wir in dieser Stadt haben, sorgen dafür, dass diese Stadt lebenswert bleibt und dass wir überleben. Wir investieren viel Geld in diese grüne Infrastruktur, und das dürfte meiner Meinung nach auch noch mehr sein. Wer Umweltgerechtigkeit herstellen will, der schickt nicht unsere Kinder nach Brandenburg, um Natur zu erleben, sondern sorgt dafür, dass die Natur in unserer Stadt erhalten bleibt und noch reicher wird. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD und den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der CDU und der LINKEN]

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