Alexander Freier-Winterwerb
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Es ist erschütternd, wenn man weiß, was manche Eltern ihren Kindern antun: psychische Gewalt, physische Gewalt, sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und vieles mehr oder alles gemeinsam. – Wir sprechen über die tiefsten und dunkelsten Abgründe des menschlichen Seins. Liebe Marianne Burkert-Eulitz! Deshalb verstehe ich, dass du als unbestrittene Vorkämpferin und Kämpferin für Pflegefamilien und das Recht von Pflegekindern zu Recht verlangst, dass wir auch Druck machen. Aber ich will dir sagen, dass du mit dieser Koalition Menschen gewonnen hast, die das auch aus tiefsten und vollstem Herzen wollen und die das auch exekutieren, mit Katharina Günther-Wünsch als Senatorin und Falko Liecke als ehemaligen Jugendstadtrat, der auch weiß, worüber er redet. [Beifall bei der CDU] Was diese Kinder verdienen, ist eine echte Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, und das sind stabile Lebensumstände, verlässliche Beziehungen, Geborgenheit. Pflegeeltern füllen diese Lücke, die die leiblichen Eltern hinterlassen, und erklären sich bereit, Verantwortung für diese Kinder zu übernehmen und da zu sein, und das Tag und Nacht. Das ist keine leichte Aufgabe, und ich möchte deshalb allen Pflegeeltern und Pflegepersonen für ihr Engagement, ihre Liebe und ihre Geduld danken, denn sie verdienen unseren größten Respekt für Ihre Arbeit in diesen schwierigen Umständen; denn sie tun das, obwohl die Kinder oft ein großes Päckchen mitbringen; denn sie tun das, obwohl sie riesige Felsen von unseren Verwaltungen in den Weg gelegt bekommen; und sie tun das in der Gewissheit, dass ihr Pflegekind jederzeit zurückgehen könnte in die Herkunftsfamilie, denn das ist das oberste Ziel der Jugendhilfe. Wenn Sie mich fragen, ist das übrigens ein Grund, warum Kinderrechte ins Grundgesetz gehören – damit es bei Entscheidungen Abwägungen gibt zwischen dem Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder und das Recht der Kinder auf eine fördernde und liebevolle und gewaltfreie Erziehung. [Beifall von Mirjam Golm (SPD) und Anne Helm (LINKE)] Roman Simon hat umfangreich dargestellt, was wir vorhaben. Das sind die ersten Schritte. Was ganz wichtig ist, ist nicht nur, Dinge zu wollen, sondern sie auch zu machen. Wir machen die Dinge, wir haben sie im Haushalt hinterlegt. Wir stellen hier diesen Antrag, um natürlich auch diesen Bereich abzuschirmen, und das machen wir gemeinsam, und wenn ich mir mal so angucke, wer sich da im Bildungsausschuss engagiert, tun wir das in ganz großer Einigkeit – gemeinsam nach vorn für die Pflegeeltern und Pflegefamilien in dieser Stadt. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der SPD und der CDU]
