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Andreas Otto

GRÜNE 23.05.2024 Sitzungen 19/48

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren, hier im Saal und zu Hause an den Endgeräten! Die Bauakademie ist ein historisch bedeutendes Bauwerk, ein historisch bedeutender Ort. Die Bauakademie ist aber leider nicht mehr da. [Heiterkeit von Katalin Gennburg (LINKE)] Und jetzt ist die Frage: Soll man an der Stelle wieder etwas hinbauen? Und falls ja, was? Und was ist eigentlich das Ziel dieser Übung? – Das ist, glaube ich, hier ein bisschen auch die Auseinandersetzung. Die einen, das ist die Koalition – der Kollege Dr. Kollatz hat das hier vorgestellt –, orientieren sich am Äußeren. Denen geht es darum: Was steht da, und was kann man da im Stadtbild sehen? – Wir als Bündnis 90/Die Grünen, und das ist gemeinsam mit der Linksfraktion unser Antrag, der im Übrigen schon ein Jahr hier im Parlament liegt und der Behandlung oder der zweiten Lesung harrt, haben da reingeschrieben, wir wollen von innen her denken. Es gibt eine Nutzung, über die muss man vielleicht noch einmal diskutieren. Die Nutzung eines Gebäudes muss das Äußere bestimmen, und die soll auch von außen zu sehen sein. Das Ziel, das der Bund hat und auch die Bundesstiftung Bauakademie, die es ja gibt und die schon arbeitet, ist nämlich, dass man dort das neue Bauen, das Bauen in der globalen Erwärmung, das Bauen zum Klimaschutz, das Bauen in der Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt, befördert. All das soll da stattfinden. In unserem Antrag – ich darf mal kurz einen Satz zitieren – heißt es: „Das neue Gebäude der Bauakademie soll selbst den zukunftsgerichteten Anspruch an das Bauen im Klimawandel erfüllen und ein herausragendes Beispiel für Kreislaufwirtschaft, Verwendung nachwachsender Baustoffe, geringen Energieverbrauch in Erstellung und Betrieb sowie Nutzung erneuerbarer Energie und Bauwerksbegrünung in einer ansprechenden Gebäudehülle werden.“ Das ist das Ziel. Das erwarten wir von diesem Gebäude. Darin sollen Menschen sich unterhalten über die Frage: Wie kriegen wir das eigentlich in alle Bauwerke rein in dieser Stadt? – Wir bemühen uns ja seit einigen Jahren in Berlin, klimagerechtes Bauen voranzubringen. Denken Sie an das Holzbauthema! All das soll an diesem Ort, in dieser Akademie befördert werden. Wo, wenn nicht im Zentrum Berlins? Wo, wenn nicht im Zentrum Deutschlands? Der Kollege Gräff hat in einer vorhin durchgeführten Rederunde – da ging es um das Tempelhofer Feld – gesagt, er möchte gerne alle Architekten der Welt nach Berlin einladen, damit sie hier ihre Kreativität einbringen. – Das wollen wir auch, Herr Gräff! Und wir wollen, dass diese Architekten Entwürfe machen für die neue Bauakademie. Das ist die Idee. Dazu können wir sie gemeinsam einladen. Ich hoffe, Sie sind dabei. Also: Von innen nach außen denken, Bauakademie neu. Wenn wir da nur die alte Hülle nachbauen, dann ist das eine weitere Attrappe im Zentrum Berlins. Davon haben wir schon eine ganze Menge. Wir haben das Schloss mit dem Humboldt-Forum, wir haben das Palais und viele andere Sachen. In Potsdam gibt es davon einen ganzen Berg. Ich finde, wir haben von dieser Attrappenbildung in der Innenstadt genug. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN] Lassen Sie uns dort etwas hinstellen, was die Nutzung nach außen ausstrahlt und weswegen Leute hierherkommen werden! Die kommen wegen der Mauer – davon haben wir noch was –, die kommen wegen des Domes und vielleicht wegen der Marienkirche. Aber die sollen auch hierherkommen, weil hier die Bauakademie ist und weil man hier lernen kann, wie Bauen im Klimawandel, Bauen als Kreislaufwirtschaft, Bauen mit Gebäuden, die schön sind, ausgehen kann. Und das können die hier lernen, diskutieren. Deswegen: Wir werden das im Ausschuss diskutieren. Vielleicht machen wir auch eine Anhörung dazu. Aber kommen Sie mal ein bisschen raus aus dem Konservativen in dem Moment, und sagen Sie: Ja, wir machen was Neues, das Innere soll das Äußere bestimmen, und dafür ist der Ort der Bauakademie genau richtig! – Herzlichen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN]

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