Tommy Tabor
Sehr geehrter Präsident! Liebe Berliner! Liebe Kollegen! Bei dem vorliegenden Antrag geht es um nichts Geringeres als um die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Es geht um den Schutz junger Menschen vor medizinischen Eingriffen, die erhebliche und oft irreparable Folgen haben können. Unser Antrag fordert den Stopp von transgendermedizinischen Eingriffen, insbesondere den Einsatz von Pubertätsblockern und Hormontherapien bei Minderjährigen. [Beifall bei der AfD] Wir alle wissen, dass die Pubertät eine Zeit tiefgreifender Veränderungen ist, in der Jugendliche mit der persönlichen Identitätsfindung beschäftigt sind. Hormonbedingt fühlen sich viele Jugendliche in dieser Phase körperlicher Veränderungen in ihrer Haut oft nicht wohl. Die Pubertät ist oft von Unsicherheiten und Identitätsfragen geprägt, die nicht vorschnell und durch invasive medizinische Eingriffe beantwortet werden dürfen. Ein völlig natürlicher und menschlicher Vorgang wird nun seit einigen Jahren massiv von außen von einem Transgenderhype manipuliert. Studien zeigen jedoch, dass viele Jugendliche mit Unsicherheit in ihrer Geschlechtsidentität im Laufe der Zeit zu ihrem bei der Geburt festgestellten Geschlecht zurückfinden, wenn sie die Pubertät ohne medizinische Intervention durchlaufen können. [Zuruf von Vasili Franco (GRÜNE)] Der Einsatz von Pubertätsblockern wurde ja ursprünglich zur Behandlung schwerster Erkrankungen wie zum Beispiel Prostatakrebs entwickelt. Bei gesunden Jugendlichen handelt es sich also um einen Off-Label-Use. Dies bedeutet: Die Medikamente werden außerhalb der ärztlichen Diagnose, für die sie entwickelt wurden, eingesetzt, ohne ausreichende Langzeitstudien zu den Folgen für die körperliche und physische Gesundheit der Betroffenen. Es ist also alarmierend, dass es keine verlässlichen Daten über die langfristigen Auswirkungen dieser Medikamente gibt. Berichte zeigen, dass diese Behandlungen nicht nur zu körperlichen Nebenwirkungen wie Knochenschwund und Stoffwechselstörungen führen, sondern auch das Risiko schwerer Depressionen und anderer physischer Erkrankungen erhöhen können. Ein weiteres Argument gegen diese Eingriffe ist der hohe Anteil an Fällen des späten Bereuens. Eine amerikanische Studie zeigt, dass 92 Prozent derjenigen, die ihre Transition bereuten, Mädchen waren. Diese Jugendlichen gaben an, dass hinter ihrer Geschlechtsdysphorie oft andere physische Ursachen wie Depressionen oder Angststörungen steckten. Hier muss die Lösung in einer umfassenden psychotherapeutischen Unterstützung liegen, nicht in vorschnellen hormonellen Behandlungen. [Beifall bei der AfD] Ich freue mich ausdrücklich sehr, dass der Deutsche Ärztetag auf unserer Seite ist. Vor knapp zwei Wochen richtete der Deutsche Ärztetag Forderungen an die Bundesregierung. Ich fasse sie kurz zusammen: Pubertätsblocker, geschlechtsumwandelnde Hormontherapien oder ebensolche Operationen sollten bei Minderjährigen nur im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien und nach abgeschlossener medizinischer und psychiatrischer Diagnostik und Behandlung eventueller psychischer Störungen zugelassen werden. Therapieergebnisse müssen nachverfolgt werden. Die Evaluationsergebnisse müssen in die Überarbeitung der entsprechenden Leitlinien einfließen. Genau das sind auch in diesem Antrag unsere Forderungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vermittlung von Medienkompetenz an unseren Schulen. Es darf nicht sein, dass transgendermedizinische Eingriffe in Schulmaterialien als harmlose Routine dargestellt werden. Unsere Jugendlichen müssen in die Lage versetzt werden, Dargestelltes kritisch zu hinterfragen und vor allem informierte Entscheidungen zu treffen. [Beifall bei der AfD] Abschließend möchte ich betonen, dass es uns nicht darum geht, die Identitätsbildung von Jugendlichen infrage zu stellen oder ihnen ihre Gefühle abzusprechen. [Vasili Franco (GRÜNE): Was sonst?] Vielmehr geht es darum, sie vor vorschnellen und potenziell schädlichen Eingriffen zu schützen. Wir sprechen hier immer noch von Minderjährigen. Länder wie Großbritannien und Finnland haben bereits Schritte unternommen, um den Einsatz von Pubertätsblockern bei Minderjährigen restriktiver zu handhaben oder gar ganz zu verbieten. Lassen Sie uns gemeinsam für den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen einstehen und ihnen die Zeit und Unterstützung geben, die sie benötigen, um ihren eigenen Weg zu finden. Die Abwärtsspirale, bestehend aus der Abfolge Verschreibung von Pubertätsblockern, der Gabe von gegengeschlechtlichen Hormonen und der Verstümmelung der Geschlechtsteile durch Operation, hat durch das jüngst beschlossene Selbstbestimmungsgesetz eine gefährliche Beschleunigung gefunden. Gerade deshalb ist es genau jetzt wichtig, diese verhängnisvolle Kette wieder zu durchbrechen. Hier im Raum sitzen doch jede Menge Mütter, Väter, Omas, Opas, Tanten und Onkel. Lassen Sie uns bitte gemeinsam „Nein“ zu unverantwortlichen medizinischen Eingriffen sagen und „Ja“ zu einem verantwortungsvollen und unterstützenden Umgang mit den Identitätsfragen unserer jungen Generation. Wir sind es unseren Kindern nämlich schuldig. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der AfD]
