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Catherina Pieroth-Manelli

GRÜNE 02.05.2024 Sitzungen 19/47

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich sehe das alles ein bisschen anders, aber das liegt vielleichtinderNaturderSache.WärenwirhierinderSchule, würde ich zu diesem Antrag sagen: Die verfassende Koalitionwarstetsbemüht. Ja, es muss sich dringend etwas in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen tun. Die Versorgungsgrade gehen seit Jahren zurück. Nun sind wir aber nicht in der Schule. Auch wenn ich lebenslanges Lernen und eine Fehlerkultur für sehr wichtig halte – wir haben bereits in der Beratung und im Ausschuss über die Lücken dieses Antrags gesprochen – , würde ich mir daher wünschen, dassinZukunftschon während derAntragsstellung, Herr Zander, mit den relevanten Experten und Expertinnen sowie Akteuren, wie in diesem Fall der Kassenärztlichen Vereinigung oder dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen, über Machbarkeit und Sinnhaftigkeit von vorgeschlagenen Maßnahmen gesprochen würde. Daskönnenwir,denkeich,allehiererwarten. [BeifallbeidenGRÜNEN – BeifallvonTobiasSchulze(LINKE)] Da hilft es auch nicht, diese erfahrenen Akteure und Akteurinnen, die Ihr Vorhaben in der Presse sogar als weltfremd bezeichnen, einfach zu ignorieren. Denn sie haben recht, ein Modellprojekt mobiler kinderärztlicher Bereitschaftsdienst klingt erst mal gut, ist aber weder sinnhaft noch effektiv. Eine relevante Entlastung der kinderärztlichen Akutversorgung in Notaufnahmen, Notdienstpraxen der KV und Kinderarztpraxen durch einen fahrenden Dienst,istschlichtnichtzuerwarten. Wasistalso dasModellprojekt wert, wenndas Ziel nicht erreicht werdenkann? Die Rechnungisteinfach. Ineiner KV Notdienstpraxis können pro Stunde rund sechs Kinder behandelt werden. Ein fahrender Bereitschaftsdienst kann mit Fahrtwegen in der gleichen Zeit vielleicht zwei kleine Patientinnen behandeln. Wir haben bereits Personalmangel und wollen dann noch Kapazitäten für Fahrzeiten binden, anstatt Personal klug zu steuern und damit zuentlasten? Der einzig wichtige und relevante Punkt des Antrages, HerrZanderhatihnangesprochen,istdieMöglichkeitder AusweitungvontelemedizinischenAngeboten.Diefindet in Ihrem Antrag leider an der falschen Stelle statt. Denn um auf die Rechnung zurückzukommen: Andersherum wirddocheinSchuhdaraus.TelemedizinischeAngebote, diesichnichtimRahmenvonNotfällenbewegen,können tatsächlich Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen entlasten und deren Kapazitäten ressourcenschonend einsetzen. Damit sich also in diesem Bereich trotzdem etwas tut, haben wir Grünen uns im Ausschuss enthalten und werden dies hier wieder tun. In Schulnoten wäre das eine 3minus mit dem Hinweis, dass wir die wertvolle Redezeit, die Sie sogar zur Priorität gemacht haben, im Parlamentauchnocheffektiverhättennutzenkönnen. – Vielen Dank! [BeifallbeidenGRÜNEN – BeifallvonAnneHelm(LINKE)und TobiasSchulze(LINKE)] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: Vielen Dank! – Für die SPD-Fraktion spricht nun die KolleginKönig.

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