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Christoph Wapler

GRÜNE 18.04.2024 Sitzungen 19/46

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich finde den Antrag gar nicht so schlecht. Ich weiß, dass er auch eine Herzensangelegenheit des Kollegen Stroedter ist. Der demografische Wandel bringt ja tatsächlich viele Herausforderungen für den Handel ‒ das ist eine der Herausforderungen, die er zu meistern hat. Die Branche hat dabei eine große gesellschaftliche und soziale Verantwortung; soweit ist alles richtig. Allerdings hat der Handel diese Verantwortung auch schon angenommen. Wer ein Geschäft hat, weiß: In jedem Wandel liegt eine Chance, und auch eine Chance, den Anforderungen der Kundinnen und Kunden besser gerecht zu werden. Es gibt ein bundesweites Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“. Das hat der Deutsche Handelsverband bereits vor Jahren mit Partnern aus der Politik und den Senioren- und Verbraucherorganisationen in den Fokus gerückt. In Berlin gibt es 178 zertifizierte Geschäfte. Ziel war und ist es, sowohl die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern als auch die Wirtschaft und die Beschäftigung im Einzelhandel zu stärken. Ja, Einkäufe können schnelles Besorgen sein, sie sind aber eben auch Begegnung in Geschäften, ein gemeinsamer Gang durch die Läden. Da sind tatsächlich Hindernisse, Barrieren und Bedingungen, die dem im Wege stehen, zu beseitigen. Das ist sowohl im Interesse des Handels als auch der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir meinen aber, dass der tägliche Einkauf für alle Menschen, für alle Kundinnen und Kunden, unbeschwerlich und barrierefrei sein muss ‒ für Menschen mit Kinderwägen genauso wie für Menschen im Rollstuhl oder eben Seniorinnen und Senioren. Und deshalb ist das Anliegen, die Interessen diverser Käuferinnen deutlicher herauszustellen und diese auch erkennbarer zu berücksichtigen, grundsätzlich richtig; insbesondere dem barrierefreien Einkauf kommt da eine große Bedeutung zu. Wenn es diese Win-win-Situation gibt, dann können wir zu Recht fragen, und da finde ich, greift der Antrag vielleicht auch noch ein bisschen zu kurz, warum das im Einzelhandel noch nicht flächendeckend der Fall ist. Deshalb glauben wir auch, es braucht eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und mehr Sensibilisierung für die Unternehmen. Wir müssen ein Bewusstsein für die verschiedenen Ansprüche der Kundinnen schaffen, damit diese Chancen dann auch erkannt und umgesetzt werden. Berlin ist eine Stadt der Vielfalt, und ja, dieser Antrag kann durchaus ein Schritt in die richtige Richtung sein. Das kann man aber sicherlich auch noch etwas optimieren, insofern freue ich mich auf die Debatte in den Ausschüssen. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN]

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