Katalin Gennburg
Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Wir reden heute über die Frage, ob dieser Emmauswald in Neukölln erhalten bleiben kann oder nicht. Wir als Linke sagen ganz klar: Der Emmauswald soll bleiben und eben nicht gerodet werden. Nach diesem Auftritt von Herrn Gräff von der CDU muss man sagen, diese CDU ist einfach komplett aufdemfalschenGleisunterwegs.Mankönntesagen,sie bewegensichdirektaufdemHighwayto Hell. Sie haben wirklich den Anschluss an jede Städtebaudebatte der letztenJahrzehnteverpasst. Das ist wirklich traurig zu sehen, und ich kann auch mal einen Beitrag dazu leisten. Wenn wir heute darüber reden, warum wir diesen Wald schützen wollen, der nun offizieller Wald auchist – das war inder ganzenDebatte die letzten Jahre immer so ein bisschen kompliziert – HerrGräff,dannhörenSiedochgutzu:LetzteWocheist auf meine Schriftliche Anfrage hin herausgekommen, dass in Berlin 1Million Quadratmeter Büroflächen leer stehen. 1Million Quadratmeter stehen leer. Das ist das Problem, Leute; da ist der Raum falsch verteilt. Es kann doch nicht sein, dass hier der Wald gerodet wird, währenddessen ganze Bürogebäude in dieser Stadt leer stehen. Sie müssen mal den Anschluss an die StädtebaudebattederZukunftfinden,meineDamenundHerren! [BeifallbeiderLINKENunddenGRÜNEN] Die Initiative Emmauswald war heute Morgen vor dem Abgeordnetenhaus und hat uns hier diese schönen Zettel verteilt. Da kann man sehr gut auch noch mal nachlesen. MitderErlaubnisderPräsidentinzitiereich: „Der größte Wal d Neuköllns soll zerstört werden, umEigentumswohnungenzubauen.UnsereInitiativesetztsichfürdenErhaltdesBiotopsinunmittelbarerNähederS-BahnHermannstraßeein,weil seine Funktion speziell in diesem stark belasteten, benachteiligtenKiezuner setzlichist.“ Sie sagen dann sehr klar, dass eben dieses Bebauungsvorhaben der BUWOG und der Vonovia mit 441 Wohneinheiten zum Eigentum ein Riesenproblem darstellt, weil dieser 3,9 Hektar große denkmalgeschützte Friedhofmitüber80 – Zitat –„besondersw ertvollenund prägenden Bestandsbäumen“ eben nicht gerodet werden sollte,weilauchlautKartierungdesBezirks,Stand2013, auf diesem Emmauskirchhof West 725 Bäume stehen, wovon bereits 2013 231 Bäume als erhaltenswert eingestuftwordensind. Wir können uns also hier entscheiden, ob wir ein Biotop erhalten wollen, ein artenreiches Biotop im Zeitalter des Artensterbens und der Klimakrise, der Artenkrise, oder ob jetzt auch noch dieser Wald gerodet werden soll. Wir sagen ganz klar als Linke: Wir sind auf der Seite der Initiative, auchaufSeitedes Bezirks. Wir sind froh, dass der Bezirksstadtrat der Grünen an der Stelle eingelenkt hat. Das war ein langer Prozess, und es ist sehr gut, dass wirjetztandemPunktsind.Bauen,bauen,bauenisteben nichtdieAntwort.WirmüssendieStadtweiterbauenund bereitsversiegelteFlächenutzenfürdenNeubau,denwir sodringendbrauchen. DeswegensagenwiralsLinkeganzklar:LenkenSieein, begebenSiesichendlichaufdenWeg,dieStadtzutransformieren aus dem Bestand heraus. Lassen Sie uns doch mal all die leeren Shoppingcenter und Büroflächen anschauen. Herr Gaebler! Das ist doch nicht so schwer. AndereStädtemachendasauch.Wirkönnenunsdaganz mutig heranwagen und sozusagen auch gern Wettbewerbe ausloben und schauen, was möglich ist. Hier in dem FallfordernwirSiewirklichauf:LassenSiedas. Wir sind der Meinung, dass der Antrag der Grünen auf jeden Fall auch unterstützenswert ist. Sie sollten sich auf jedenFallfürbeideAnträgeentscheiden.Wirwerdendas jetzt erst mal weiter beraten und bitten auf jeden Fall um Zustimmung. – Danke! [BeifallbeiderLINKEN – VereinzelterBeifallbeidenGRÜNEN] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: Vielen Dank! – Für die SPD-Fraktion spricht nun die KolleginAydin.
