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Catherina Pieroth-Manelli

GRÜNE 07.03.2024 Sitzungen 19/44

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich zitieremitErlaubnisderPräsidentin: Die Lage indenKinderklinikengibtinder Tatallen Grund zur Sorge. … Und das Personal fehlt. Es wird seit langer Zeit am Rande der Erschöpfunggearbeitet. Wer hat das gesagt? – Unser Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach! Ich danke der Koalition, dass sie die Gesundheitsversorgung von Kindern wieder auf die Agendasetzt.Dasistwichtigundrichtig. [BeifallbeidenGRÜNEN] Was Ihrem Parteikollegen Lauterbach klar ist, lässt Ihr Antrag aber leider vermissen. Statt der Bündelung der Personalmittel, um diese gut zu steuern, wollen Sie ein weiteresModellprojektstarten,einenmobilenkinderärztlichen Bereitschaftsdienst. Bei Gelingen soll er dann in die Regelversorgung übertragen werden, sonst wäre es ja kein Modell. Das heißt, es muss vorab klar sein, wer mit welchem Ziel erreicht werden soll. Handelt es sich um Akutfälle, läge der Sicherstellungsauftrag bei der KV, und es ginge um eine Besetzung des fahrenden Dienstes der KV mit Kinderärztinnen und -ärzten. Handelt es sich hingegen um pädiatrische Notfälle, müssten möglicherweise Notarzteinsatzfahrzeuge mit Kinderärztinnen und -ärztenbesetztwerden. Zwar spricht der Antrag von Akutsituationen, benennt aberauchAblehnungenvonPatientinnenundPatientenin Kliniken als Problem und damit den personalbedingten Engpass in der stationären Versorgung. Eine relevante Entlastung der kinderärztlichen Akutversorgung in Notaufnahmen, Notdienstpraxen der KV und Kinderarztpraxen durch einen fahrenden Dienst ist schwer vorstellbar. Spielen wir das einfach mal durch, Frau König! Eine Kinderärztin fährt erst zur Patientin A, behandelt diese und fährt dann weiter zur Patientin B. Ein Kollege, der durchgängig am selben Standort bleibt, versorgt in derselben Zeit doppelt so viele Kinder, da er schlicht keine Fahrzeit hat. Das heißt, ein mobiler Bereitschaftsdienst kann im Vergleich wesentlich weniger Akutpatientinnen und -patienten versorgen und erzeugt gleichwohl höhere Kosten.Aberrichtig,FrauKönig,wennesumKindernotfällegeht,darfGeldkeineRollespielen. Deshalb fragen wir uns: Könnte ein Kindernotdienstarzt zu einer qualitativ besseren Versorgung in lebensbedrohlichen Situationen führen? – Ich denke, eher nicht. Notärztinnen und -ärzte sind in vielen pädiatrischen Notfallsituationenausreichendqualifiziert,umKinderzubehandeln. Denken wir beispielsweise an Fieberkrämpfe oder Verletzungen! Eine Doppelqualifikation ist in diesen Bereichen äußerst selten. Da bei doppelter Disposition keine Entlastung der Notärztinnen und -ärzte erfolgt und Qualitätsmängel in der notärztlichen Versorgung bei Kindern nicht berichtet wurden, sehen wir Grünen ein solchesModellprojektnichtalsdieLösung für dieanhaltendenProblemederüberlastetenNotaufnahmen. Die Koalition sollte also klar formulieren, um welche Gruppe von Patientinnen und Patienten und um welche medizinischenProbleme essichhandeltund welcheVersorgung dementsprechend verbessert werden soll, denn niemandem nützt ein weiteres Modellprojekt, das dann ausKapazitätsgründenundFachkräftemangelnichtindie Regelversorgungumgesetztwerdenkann. Daher fordern wir Grünen einen Dreiklang aus ressourcenschonender Steuerung, besserer Finanzierung und Ausweitung der Fachkräfteausbildung. Das bedeutet, erstens, eine bessere Finanzierung der stationären Kinderversorgung, zweitens, einen Fokus auf das Medizinstudium und die Ausbildung von pädiatrischen Pflegekräften und, drittens, eine verbesserte Steuerung in der KV-Leitstelle sowie medizinische Angebote im Hintergrund. Das hatten Sie ja auch gesagt. Ich freue mich in jedem Fall auf die Beratung im Ausschuss. – Vielen Dank! [BeifallbeidenGRÜNENundderLINKEN] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: Vielen Dank! – Für die CDU-Fraktion spricht nun der KollegeZander.

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