Adrian Grasse
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit der heutigen zweiten Lesung nimmt der Koalitionsvertrag für eine 24-Stunden-Bibliothek seinen finalen Schritt. Nachdem wir im Ausschuss intensiv über dieaktuellen Herausforderungenund Trendsder Berliner Hochschulbibliotheken diskutiert haben, ist unser Antrag einBeitrag,ummitdemModellprojektneueMöglichkeiten und Prozesse für die Bibliotheken auszuloten. Ich freue mich sehr, dass wir in einer sehr ausführlichen Anhörung im Ausschuss mit den Vertretern aller Universitätsbibliotheken gesprochen haben. Dass Arbeitsplätze in Bibliotheken stark nachgefragt werden, darin bestand große Einigkeit. Dass es aber natürlich vor allem um Spitzenzeitengeht, dassdeshalb auchüber eine Flexibilisierung der Räume nachgedacht werden soll, war ein ebenso interessanter Aspekt wie der Einblick in den Bibliotheksalltag. WirhabenabernichtnurüberdieFragederÖffnungszeiten gesprochen, sondern auch über den schlechten baulichen Zustand einiger Bibliotheken. Wir haben uns darüber hinaus ausgetauscht und informiert über Fragen wie OpenAccess und Lizenzen, VeränderungvonNutzerverhalten und Berechnungsmodellen. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der vergangenen Wochen und anknüpfend an die Debatte, die wir heute Mittag geführt haben, will ich noch mal deutlich machen, dass Bibliotheken eine besondere Bedeutung als Orte der gemeinsamen Diskussion und Verständigung haben, zu einer gemeinsamenPerspektiven-undIdeenentwicklungbeitragenund dassBibliothekenOrtesind,andenensichselbstständige, weltoffene, reflektierte Persönlichkeiten entwickeln. Es sind Räume der Begegnung, des offenen Austauschs und des gemeinsamen Lernens. In der Anhörung ist deutlich geworden,geradeinZeiten wiediesen,indenenjüdische Studierende sich zunehmend bedroht fühlen und sich die studentische Debattenkultur zu verhärten droht, sind sie wichtigerdennje. BibliothekensindnichtnurArchivedesWissens,sondern auch unverzichtbare Zentrendesdemokratischen Austausches.SieermutigenzurkritischenReflexionundfördern die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Standpunkten. Siehelfen Studierendendabei, informierte Meinungenzu entwickeln über Wissensvermittlung, Ideenaustausch und die Diskussion unterschiedlicher Perspektiven. In der aktuell angespannten Situation sind Bibliotheken als sichere Häfen des demokratischen Austauschs von unschätzbaremWert. Zu diesemWert von Bibliotheken soll das Modellprojekt der 24-Stunden-Bibliothek maßgeblich beitragen, in dem sich Hochschulbibliotheken in ihrer zentralen Funktion für Studierende, Forschende und Lehrende nachhaltig stärken. Ich freue mich sehr, dass im Rahmen der Anhörung im Ausschuss die Technische Universität Berlin sehrdeutlichgemachthat,dasssienichtnurInteressehat, sich daran zu beteiligen, sondern sich auch um ein Pilotprojekt bewerben wird. Insoweit sind wir hier dann auch in der konkreten Umsetzung. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Thema damit dann heute auch zum Abschluss bringen, ein wichtiges Thema aus dem Koalitionsvertrag. – VielenDank! [BeifallbeiderCDU – VereinzelterBeifallbeiderSPD] VizepräsidentDennisBuchner: Es folgt für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die KolleginNeugebauer. – Bitteschön!
