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Jörg Stroedter

SPD 22.02.2024 Sitzungen 19/43

Verehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Wir haben vorhin in der Aktuellen Stunde schon generell über das Thema gesprochen, wie wichtig Klimaschutz in unserer Stadt ist. Jetzt geht es in der Priorität der CDU um den Ausbau der Geothermie. Sie ist eine wichtige energiepolitische Säule für eine zukunftsfähige, erneuerbare Berliner Energieversorgung. Auch das haben wir schon vor zehn Jahren festgestellt. DeshalbbrauchenwirfürdieErmittlungkünftigerBedarfe und die Feststellung der vorhandenen technischen Anlagen eine transparente Datenlage. Die ist noch nicht ausreichend. Wir fordern mit unserem Antrag den Senat auf, den Energieatlas qualifiziert fortzuentwickeln und den bestehenden Energieatlas so zu erweitern, dass die bestehenden Potenziale der Geothermie ebenso wie alle anderen erneuerbaren Energieformen wissenschaftlich und strukturiert erfasst und transparent aktualisiert werden. Der derzeitige Datenstand ist von 2018, das ist schon eine ganze Weile her, und muss nun auf den neuesten Stand gebrachtwerden. Wir brauchen ein gemeinsames tatkräftiges Engagement der Senatsverwaltung für Klimaschutz und Umwelt, die leider nichtanwesend istund die für Landesgeologieund Gewässerschutz zuständig ist, und der Energieverwaltung, die natürlich anwesend ist. Wir brauchen über bestehende Potenziale derGeothermieund anderer erneuerbarer Energien aktuelle Informationen, die transparent undallgemeinzugänglichsind.Nursokannesunsgelingen, dass die Geothermie neben anderen erneuerbaren Energiequellen einen konstanten und steigenden Beitrag zur Energiewende leistet und alle Interessierten eine Grundlage für mögliche und notwendige Investitionen undNutzungenbekommen. [BeifallbeiderSPDundderCDU] Der Bericht der Enquete- Kommission „Neue Energie“ stellte bereits 2015 fest, dass die oberflächennahe Geothermie einen wichtigen Faktor für die erneuerbare Wärmeversorgung in Berlin darstellt. Die Anzahl der Geothermieanlagen war in Berlin seit 2004 von 132 auf rund 2400 Anlagen im Jahr 2011 gestiegen. Im Jahr 2021 hatten wir bereits 4057 Anlagen. Da sieht man, wie die Entwicklung ist. Trotz einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 160 bis 200Anlagen ist da noch viel Luft nach oben, was uns in der energiepolitischen Frage weiterhelfen würde. Wir müssen da deutlich schneller werden. Die Enquete-Kommission stellte seinerzeit fest, dass Berlin geologisch gut geeignet ist, um oberflächennahe Geothermie zur Gewinnung von Wärme, aber auch von Kälte einzusetzen. Wir haben wassergesättigte Sandschichten und mächtige Grundwasserleiter. Das bietet gute Voraussetzungen, um die etablierten Techniken und Geothermiesysteme viel umfangreicher einzusetzen, als wiresbishernochtun. Auch für die Kältebereitstellung kann die Geothermie eingesetzt werden. Zum Beispiel kann kaltes Grundwasser als Kältequelle genutzt werden und so zur Kühlung von Gebäuden in den heißen Sommermonaten, die ja immer heißer werden, beitragen. Diese Kälteanlagen benötigen nur einen Bruchteil des Energieverbrauchs herkömmlicher Kälteanlagen und sind schon deshalb eindeutig zu empfehlen. Eine smarte Stadt der Zukunft nutzt nicht nur fossilfreie Energiequellen, sondern spart strukturell Energie. Deshalb ist die mögliche Kältenutzung der Geothermie, gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Häufigkeit von Berliner Hitzesommern, ausmeinerSichteineunverzichtbareMöglichkeitfüreine Win-win-SituationfürunsereStadtrendite. Die Enquete-Kommission empfahl neben dem Einsatz oberflächennaher Geothermie auch die Prüfung von Tiefengeothermie-Pilotprojekten. Diese Technologie ist viel komplizierter. Die Bohrungen müssen wissenschaftlich begleitet werden und sind noch nicht abgeschlossen. Das weiß ich, dafür werden wir Geduld brauchen, aber ich glaube, dass wir das Thema mit dieser gemeinsamen Initiative der Koalition jetzt noch mal verstärkt anschieben wollen. Dasistein weiterer Bausteininder Abarbeitung der Themen, die uns bei den energiepolitischen Fragen wichtig sind. Wir müssen uns deutlich schneller bewegen. Wir haben in den vergangenen Jahren vieles noch nicht ausreichend gemacht, und wir wollen die Zielzahl für 2045 nicht erst 2045 erreichen, sondern eher früher. Deshalb bitte ich um Unterstützung für diesen AntragderKoalition. – Dankesehr! [BeifallbeiderSPDundderCDU] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: Vielen Dank! – Für die Fraktion Die Linke spricht nun derKollegeScheel. – Bitteschön!

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