Dr. Stefan Taschner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!Wer beiderWärmewende ebennicht wieVattenfallaufgrünenWasserstoffsetzt, weilerodersievielleichtdanndochBedenkenhat,dassdieserinausreichend großer Menge vorhanden sein wird, oder wer vielleicht daran zweifelt, dass dieser Wasserstoff dann auch wirklich zu bezahlbaren Wärmepreisen führt, und wer auch unsere Wälder nicht im großen Stil dafür verheizen will, der muss natürlich irgendwann mal die Antwort auf die Frage liefern: Woher soll eigentlich in Zukunft die Wärmekommen? WieichheuteVormittagschonausführendurfte,wirddie BerlinerWärmeversorgunginZukunftdeutlichkleinteiligerausfallen.EswirdalsoeinMixausganz unterschiedlichen Technologien bestehen: Großwärmepumpen, Wärmepumpen, Solarthermie, Abwärme zum Beispiel ausAbwasserund mitSicherheitauchGeothermie,seies nun die oberflächennahe Geothermie oder die Tiefengeothermie.FürbeidesgibtesinBerlindefinitivPotenziale, und die werden wir in Zukunft deutlich stärker nutzen müssen. Im Bereich der Oberflächengeothermie gibt es ja durchaus Empfehlungen des Berliner Klimaschutzrates, die es jetzt gilt umzusetzen, damit wir gerade im Bereich der Nahwärmenetze diese verstärkt einsetzen können. Rot-Rot-Grün hatte diesen Prozess schon Anfang 2021 begonnen, und ich gehe davon aus, dass dieser jetzt auch fortgesetztwird. Zugegebenermaßen, im Bereich der Tiefengeothermie habenwirhierinBerlinnichtdieallerbestenStandardvoraussetzungen, wiezumBeispielMünchen, die zukünftig ihre gesamte Fernwärme aus Tiefengeothermie speisen wollen.AberdassdasPotenzialbeiunsdurchausvorhanden und nicht unerheblich ist, zeigt jüngst das Beispiel aus Potsdam. Eine Bohrung der dortigen Stadtwerke war so erfolgreich, dass sie die Erwartungen an das darüber zu gewinnende Wärmepotenzial um ein Vielfaches übertroffen hat. Nun können dort mehr als doppelt so viele Haushalte mitWärme ausderTiefe versorgt werden, wie manursprünglichgeplanthatte. In Berlin kann ein ähnliches Potenzial vorhanden sein. Um darüber Gewissheit zu erlangen, wurden noch unter Rot-Grün-Rot entsprechende Gelder in den Haushalt eingestellt, um Probebohrungen durchzuführen beziehungsweise die 3-D-Seismik zum Einsatz zu bringen. Damit schaffen wir die dringend benötigte wissenschaftlicheundstrukturierteBasis,aufderwirdanndasweitere Vorgehen abstimmen können. In einer Anhörung im Umwelt- und Klimaschutzausschuss wurden wir bereits konkret über die Vorhaben und den Zeitplan informiert. Ich glaube, wir sind alle gespannt, was diese ersten Ergebnissewirklichbringen. Wirsindjedochsehrzuversichtlich,dasswirdasPotenzial, das Vattenfall in seinem Dekarbonisierungsfahrplan festgehalten hat, übertreffen können, denn gerade, Herr Gräff hat es schon angesprochen, die Dekarbonisierung der Fernwärme kann mit der Tiefengeothermie ganz deutlich nach vorne gebracht werden und gerade im Zusammenspiel mit Großwärmepumpen einen ganz wichtigen Beitrag leisten. Wichtig wird hier sein, dass wir in Zukunft nicht nur das Potenzial ermitteln, sondern auch konkrete Standorte identifizieren, wo dann derartige Anlagen zum Einsatz kommen können, und diese dann auchsichern. [BeifallvonBettinaJarasch(GRÜNE)] DiedanngewonnenenErgebnisse werdennatürlichindie Wärmeplanung einfließen, Herr Gräff, das hat uns die Senatorin im Ausschuss auch schon versprochen. Es ist für uns aber auch ganz klar, dass die Ergebnisse in den Berliner Energieatlas aufgenommen werden sollen und damit dann allen nutzungsinteressierten Berlinerinnen und Berlinern, egal ob Privathaushalte, Wohnungsbaugesellschaften, Unternehmen oder öffentliche Hand, zur Verfügung stehen, wie Sie es ja in der Begründung Ihres Antragsselbstschreiben. Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass der Senat dies macht. Aus meiner Sicht zeugt es schon von großem Misstrauen in den eigenen Senat, dass Sie dafür extra einen Antrag stellen müssen, um das auf den Weg zu bringen. Wir als Grüne stehen jedenfalls einer Aufnahme der Ressource GeothermieindenEnergieatlas positiv gegenüber und werden diesem Antrag wohl auch zustimmen. – VielenDank! [BeifallbeidenGRÜNEN] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: Vielen Dank! – Für die SPD-Fraktion hat nun der AbgeordneteStroedterdasWort. – Bitteschön!
