Dunja Wolff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Gäste! Machtmissbrauch, Diskriminierung, sexuelle Belästigung – ja, natürlich, das geht gar nicht. Da stimme ich Ihnen natürlich zu. Und doch passiert es immer wieder. Regelmäßig lesen und hören wir von Frauen und Angehörigen marginalisierter Gruppen, die von Übergriffen berichten. Diese männerdominierten Verkrustungen sind unerträglich. [BeifallbeiderSPD– VereinzelterBeifallbeiderCDU, denGRÜNENundderLINKEN] IchkommezumAntrag„#metoo:MehrGewaltschutzbei Veranstaltungen in Berlin“. Das ist der Titel. Er gehört aber in die Kategorie Bärendienst. Erstens ist er formal verbesserungsbedürftig, Antrag und Begründung werden vermischt. Zweitens ist er veraltet. Den Namen einer Band als Aufhänger zu nehmen, ist schon gewagt, wenn der Frontmann im Fokus steht undselbst gegen ihnnicht mehr ermittelt wird. Drittens: Inhaltlich gibt es doch einiges anzumerken. Es wird leider zu einseitig auf die Musikbranche verengt. Dabei gibt es Machtmissbrauch doch wahrlich viel weitgehender, und ich glaube, das haben wir gerade zum Beispiel an einer Studie der evangelischen Kirche mitbekommen. Es bleibt auch unklar, was der Antragmit Veranstaltungen meint: nur Großveranstaltungen? Im Sportausschuss ist es gesagt worden: Ehrenamtliche wissen wahrscheinlich nicht, wie sie diese Forderung erfüllen können. Irgendwie muss ich Ihnen auch sagen: Es liest sich genau so, als sei die Kreativwirtschaft pauschal zu verurteilen. Der Antrag sieht die Bemühungen seitens der Kreativen überhaupt nicht. Awareness-Teams und Safe-Spaces sind gängige Maßnahmen, bei Großveranstaltungen sind Sicherheitskonzepte bereits vorgeschrieben.Eswerden diverseModellprojektezumThema gefördert. Iris Spranger hat als Senatorin übrigens sofort reagiert, und Maßnahmen wie die Mietklausel sind weitgehend ohne Wirkung, denn eine Verpflichtung von Privaten:Daswirdschwierig. Erlauben Siemir, eineAussagevon KatharinAhrendvon der Awareness Akademie zu zitieren: Awareness kann nicht durch einen Ruf von oben kommen, sie muss intern entstehen. Alle von mir benannten Einwände heißen nicht, dass es nicht noch viel zu tun gibt. Da haben Sie recht. Ich meine aber doch, und ich stimme da auch meiner Kollegin Mirjam Golm zu: Statt eines Rundumschlags braucht es spezifische Lösungen. Deshalb werden wir diesen Antrag so ablehnen. – Ich danke Ihnen! [BeifallbeiderSPD– VereinzelterBeifallbeiderCDU] PräsidentinCorneliaSeibeld: VielenDank,FrauKollegin!–FürdieAfD-Fraktionhat dieAbgeordneteAurichtdasWort.
