Ines Schmidt
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörerinnen zu Hauseam TV! Wir haben es in dem vorangegangenen Redebeitrag von Bahar schon gehört: Belästigung, Grenzüberschreitung, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung sind traurigerweise noch realer Bestandteil der Musik-, Sport- und Unterhaltungsindustrie. Frau Niemczyk hat uns gerade klar gemacht, dass wir das nicht machen können: Bürokratie, kostet mehr Geld – was war da noch? –, die kleinen Unternehmen sind Unternehmer,wasjainOrdnunggeht.–EsgehtumFrauen! Da diskutieren wir doch hier nicht über Finanzierung, wennesFrauenbetrifft! [Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN] Und haben Sie mitgekriegt? – Bei Ihnen in der CDU haben nur Männer geklatscht. Wahrscheinlich finden sie dasauchgut. [BeifallbeiderLINKENunddenGRÜNEN– BeifallvonSevimAydin(SPD) undDennisBuchner(SPD)] In regelmäßigen Abständen erreichen uns schockierende Nachrichten darüber, wie meist bekannte Männer junge Frauen gefügig machen und sie seelisch oder körperlich missbrauchen. Sie machen es, weil sie es können. Sie machen es, weil sie Macht haben. Meistens sind sie so bekannt und als Marke begehrt, dass ihnen niemand Einhalt gebietet – nicht ihre Plattenfirmen, nicht ihre Manager, nicht ihre Mitarbeiterinnen und auch nicht ihre Fans. Erst wenn Gerichte siewirklich verurteilen und sielange Haftstrafen verbüßen, wird den Betroffenen geglaubt. VorheristeseinregelrechterKampf,indemsiealsOpfer von sexualisierter Gewalt in den sozialen Medien mit Hasskommentarenüberflutetwerden. Da, wo diese Musik-, Sport- und Unterhaltungsindustrie im Kampf gegen Sexismus und Machtmissbrauch versagt, brauchtes unshier in diesem Parlament. Dafür sind wir gewählt. Es braucht staatliche Kontrolle und Schutz, damit alle an Veranstaltungen teilhaben können, ohne Angst davor zuhaben, körperlich oder seelisch angegangen zu werden. Aus diesem Grund stimmen wir für den Antrag der Grünen-Fraktion. [BeifallbeiderLINKENunddenGRÜNEN] Wir brauchen eben nicht nur die öffentliche Empörung bei sexualisierter Gewalt, sondern wir müssen ins Handeln kommen und Verantwortung übernehmen – als Stadt, als öffentlicher, kommunaler Vermieter von Räumlichkeiten und Grünflächen und als Gesellschaft. Wenn Siemichfragen:JedeutlicherdieSprache,destobesser. Natürlich brauchen wir geschulte und bezahlte Awareness-Strukturen – die ja ein bisschen zu teuer sind für die CDU – und Teams, die eine Anlaufstelle für Betroffene währendderVeranstaltungsind. Heben wir also gemeinsam diese Kultur des gelebten Sexismus auf! Sieist keine Freiheit, sondern objektiviert und opfert Frauen. Verurteilen wir es als das, was es ist: eine Straftat! Wir als Politik müssen daran mitwirken, dass ein gesellschaftliches Klima geschaffen wird, in dem Betroffene ernst genommen werden, keine Angst haben müssen, ihnen geholfen wird und Täter verurteilt werden. – Vielen Dank! [BeifallbeiderLINKENunddenGRÜNEN– BeifallvonTorstenSchneider(SPD)]
