Martin Matz
Nein, jetzt nicht! Danke schön! – Ich möchte stattdessen fortsetzen und mich durchaus auf den Kollegen Omar beziehen, dass die Einbürgerungen mit 1 bis 1,5 Prozent unter dem europäischen Schnitt liegen. Im Schnitt sind es in Europa 2 Prozent pro Jahr, die sich einbürgern lassen. Wir haben hier nicht nur weniger Einbürgerungen als im europäischen Durchschnitt, auch die Durchschnittsaufenthaltsdauer bis zur Einbürgerung liegt in Deutschland bei 15,2 Jahren. [Dr. Kristin Brinker (AfD): Weil die Verwaltung nicht funktioniert!] Wir brauchen überhaupt nicht darüber reden, dass das alles viel zu kurz ist, sondern wir müssen eher darüber reden, dass wir dahin kommen, wo andere europäische LänderbeiderEinbürgerungheuteschonsind. [BeifallbeiderSPD– VereinzelterBeifallbeidenGRÜNEN] Da Sie wiederholt gegen die doppelte Staatsangehörigkeit polemisieren, möchte ich darauf gerne eingehen. Ich erkläre Ihnen das mal mit Deutschen. Sie erwecken immer den Eindruck, als ob Sie die Deutschen besser verstehen als die Migrantinnen und Migranten. Als ich in den USA lebte, hatte ich sehr viel mit der deutschen Migranten-Community in New York zu tun, ganz viele Deutsche, die teilweise seit wenigen oder seit vielen Jahren dort leben. Diese Menschen waren stets hin- und hergerissen. Sie lebten auf der einen Seite sehr gerne in den USA, manche eben schon sehr lange, warteten sehnsüchtig auf die Greencard, die Sie haben wollten, manche waren auch entschlossen, dann auch die amerikanische Staatsbürgerschaft anzustreben, aber sie fühlten sich alle auch weiter zu ihrer Heimat in Deutschland hingezogen und wollten diese regelmäßig besuchen, waren teilweise auch unsicher, ob sie im Alter wieder dort hinziehen wollen,obsiewiedernachDeutschlandzurückmöchten. [Zurufvon Jeannette Auricht(AfD)] DieseMenschenhätten gernebeide Pässegehabt, weil es ihren Bedürfnissen und ihrem Lebensgefühl, das sie hatten, dass sie sich beidem zugehörig fühlen, entsprochen hätte. Wenn Sie das einmal nachvollziehen würden, was die Gefühle deutscher Auswanderer in anderen Ländern sind, dann ist vielleicht der Weg intellektuell nicht mehr so weit, dass Sie sich auch einmal aufmachen und auch verstehen, was die Gefühle von Einwandern in Deutschland sind, die nämlich genau umgekehrt das hier in diesem Land erleben. Probieren Sie esdoch einfach mal. [Harald Laatsch (AfD): Keine Ahnung, wovon Sie reden!] Denken Sie sich damalrein,dannkommen wirmöglicherweise bei so einem Thema mal weiter als mit reinem Populismus.–SchönenDank! [Beifall bei der SPD und den GRÜNEN]
