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Tamara Lüdke

SPD 16.11.2023 Sitzungen 19/38

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie der Kollege bereits erwähnt hat, durfte ich Ihnen in der ersten Lesung eine ganz kurze Einführung in die Geschichte der Hundesteuer und der Luxussteuer geben. Ich bin auch dieses Mal wieder gut vorbereitet und möchte nicht zu viel wiederholen, aber explizit unterstützen, was der Kollege von der CDU gesagt hat. Ich danke vor allem den Kolleginnen und Kollegen aus dem Hauptausschuss, dass sie mit sehr großer Sorgfalt abgewogen haben. Es gibt nämlich sehr viele Wege, Einsamkeit im Alter zu bekämpfen. Die Anschaffung eines Hundes ist sicherlich eine davon. Der sorgt für Bewegung und soziale Kontakte, aber tierschutzkonforme Hundehaltung hängt vom eigenen Geldbeutel und von der eigenen Gesundheit ab. Was, wenn man eine angemessene Versorgung vielleicht schon im Vorfeld gar nicht leisten kann? Und was, wenn man mit fortschreitendem Alter die dann leider nicht mehr leisten kann? In der Frage des Geldbeutels ist eine Anschaffung schlicht nicht anzuraten, wenn es denn die Hundesteuer ist, die einen dann über das Leistbare hinaus belastet. Eine Trennung vom Tier, wenn es die eigene Gesundheit nicht mehr zulässt, ist dann für beide Seiten eine außerordentliche Belastung. Diese Belastungen werden häufig im Vorfeld unterschätzt, und deshalb wird beides, der Geldbeutel und die mögliche Trennung im Alter, bei den Vermittlungen im Tierschutz genauestens abgewogen. Für uns ist deshalb politisch wichtig, für die Hundehaltung in Berlin Anreize explizit dafür zu bieten, dass Hunde aus dem Tierschutz aufgenommen werden. Wir erleben in dieser Stadt das genaue Gegenteil. Deshalb wären Steuererleichterungen über die Vorlage der Senatsverwaltung hinaus jetzt der falsche Anreiz. Wir sehen steigende Zahlen der Onlineangebote, unter denen andauernd hohe Zahlen von illegalen Welpenhändlern erkennbar sind. Ich habe gestern noch mal nachgesehen. Der aktuelle Trendhund Pomeranian, das sind so kleine plüschige, sieht man wirklich viel, kostet bei eBay-Kleinanzeigen in Berlin inzwischen zwischen 1 500 und 2 500 Euro. Wir sehen regelmäßig neue Trendhunderassen. Wir sehen neue Trendfarben. Wir sehen neue Schnauzen, neue Ohren und vor allem neue Qualzuchten. Wir sehen Tiere mit sichtbar kurzen Nasen und platten Ohren, die schlecht atmen und hören können. Es kommen Gendefekte bei Fellfarben dazu, die den Hunden Schmerzen bereiten – Schmerzen, von denen wir nichts wissen, und Schmerzen, die wir oft überhaupt nicht erkennen. Lassen Sie uns Einsamkeit im Alter bekämpfen! Das ist ein wichtiges Anliegen und für uns politisch eine hohe Selbstverständlichkeit. Aber lassen Sie uns auch illegalen Welpenhandel und Qualzuchten bekämpfen und keine Fehlanreize für die Anschaffung eines Hundes geben! Wir möchten an dieser Stelle nicht zwei Dinge miteinander verknüpfen, von denen jedes seine eigene Aufmerksamkeit verdient hat. – Danke schön! [Beifall bei der SPD und der CDU]

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