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Melanie Kühnemann-Grunow

SPD 19.10.2023 Sitzungen 19/37

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich finde das sehr schön, das die Kollegin Ahmadi noch einmal auf den wirklichen Titel hingewiesen hat, weil klar ist, dass es bereits möglich ist, am BER zu drehen. Ich komme auch noch darauf. Mit der Schließung der innerstädtischen Flughäfen und der Gründung der Tempelhof Projekt GmbH und Tegel Projekt GmbH gibt es für Motiv- und Locationscouts im Übrigen auch eine ganze Menge an Alternativen zum BER. Es ist richtig: Am BER war es zeitweise unmöglich, eine Drehgenehmigung zu erhalten. Mittlerweile hat sich das aber geändert. Es ist schwer, inzwischen aber möglich, für den Hauptstadtflughafen eine Drehgenehmigung zu erhalten. Das liegt aber vor allem an den besonderen Sicherheitsstandards des Flugbetriebs. Lassen Sie mich kurz etwas zum Filmstandort Berlin sagen, den Herr Gläser hier ja jetzt unbedingt fördern will, womit er ein bisschen zu spät kommt, denn Berlin ist nicht zufällig Filmhauptstadt. Im vergangen Jahr hat der Berliner Senat die Initiative „Filmfreundliche Stadt“ von 1999 erneuert, und er arbeitet stetig an den Verbesserungen der Rahmenbedingungen. Das gilt insbesondere für die Filmförderung durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, aber auch im Bereich der Drehgenehmigungen durch die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle. – Ich habe mich jetzt gerade noch mal im Rahmen der Haushaltsverhandlungen vergewissert: Die wird demnächst kommen. – Jedes Jahr entstehen in Berlin rund 300 neue Filmproduktionen. Über 6 000 Drehtage pro Jahr bedeuten viel Koordination und Organisation aufseiten der Filmproduktion, aber auch aufseiten der Verwaltung. So ist das nun mal. Dennoch gilt: Berlin ist eine großartige Filmkulisse. Wir wollen nach wie vor das Bild unserer Stadt auf kleinen Bildschirmen und ganz großen Leinwänden sehen und international präsentieren. Das gilt selbstverständlich auch für unseren Hauptstadtflughafen BER. Deshalb hat sich Franziska Giffey in ihrer Zeit als Regierende Bürgermeisterin für den Filmstandort Berlin eingesetzt und ist auch auf den Flughafen zugegangen, um dessen Filmfreundlichkeit zu fördern. Es gibt seitdem einen guten Austausch, um in Rücksicht aufeinander mehr Filmdrehs zu ermöglichen. Ich habe auch keine Zweifel daran, dass der amtierende Regierende Bürgermeister, Kai Wegner, diese Anstrengungen fortsetzen wird, besonders weil er weiß, dass Filmproduktionen unter rapiden Kostensteigerungen leiden. Denken wir nur an den Streik der Filmschaffenden in den USA, der der Branche momentan schwer zu schaffen macht. Interessant ist, dass die Anstrengungen der letzten Jahre, auch die Herausforderungen, mit denen die Branche zu kämpfen hat, im Senatsbeschluss „Filmfreundliche Stadt“ ausführlich dargestellt wurden, aus dem die AfD hier eigentlich nur abschreibt. Wir lehnen diesen Antrag ab, und arbeiten weiter für den Filmstandort Berlin. Wie machen wir das? – Wir investieren in einen internationalen Wettbewerb erhebliche Summen für die Filmförderung. Wir haben die Dienstleisterförderung aufgestockt, weil wir wissen, dass Motive und Kulissen mittlerweile digital generiert werden. Bei dem VHX – ich gucke mal zur Senatsverwaltung für Wirtschaft rüber – stellen wir eine Menge Geld ein, denn vieles an Straßen- und Gebäudeszenen wird inzwischen entweder im Studio gedreht oder ohne Reisekosten, ohne Lastwagenkarawanen direkt am PC generiert. Uns ist klar, dass viele öffentliche Liegenschaften in Berlin eine Geschichte erzählen, die weltweit gehört werden will. Der Flughafen BER ist dabei nur einer der interessanten Drehorte. Das ICC ist ein weiterer Ort, der längst bekannt und ein Traum für jede Filmproduktion ist, und ich finde ja, wir sollten auch über das Abgeordnetenhaus nachdenken, für dessen Gänge, Treppen und Hallen sich im Übrigen auch schon Filmproduktionsfirmen interessiert haben. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD und der CDU – Zuruf von Ronald Gläser (AfD)]

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