Sandra Khalatbari
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke mit dem Titel „Berufsorientierung neu denken!“ weckt bei mir, mit Verlaub gesagt, den Eindruck, Sie wollten das Rad noch mal ein bisschen neu erfinden. Vieles von dem, was Sie fordern, wird bereits umgesetzt beziehungsweise findet sich konkret im neuen Koalitionsvertrag und wird umgesetzt werden. Die Ausweitung zum Beispiel des WAT-Unterrichts in allen 9. und 10. Klassen aller Schularten verbindlich mit mindestens zwei Wochenstunden lässt sich in der Opposition leicht fordern, weil man die Zahl der noch fehlenden Fachkräfte nicht zur Verfügung stellen muss. Für uns steht das realistische Erreichen der gesetzten Ziele und deren Umsetzung im Vordergrund. Den Praktikumszeitraum möglichst zu versetzten Zeiten stattfinden zu lassen, führt in den Schulen zu einem in keiner Weise zu verantwortenden Organisations- und/ oder Vertretungsaufwand bei Lehrkräften, die jetzt schon über die überbordende Bürokratie völlig zu Recht „stöhnen“, in Anführungszeichen. Von einer erheblich beeinträchtigten kontinuierlichen Unterrichtsarbeit müsste man dann wohl ausgehen. Dies wollen wir weder den Jugendlichen noch ihren Eltern beziehungsweise den Lehrkräften zumuten. Die geforderte Ausbildungsoffensive speziell für WAT- und OSZ-Lehrkräfte kann ich persönlich nur bedingt nachvollziehen, geht es doch im Land Berlin insgesamt darum, alle Interessierten für das Lehramt für alle Fächer zu gewinnen.
