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Katalin Gennburg

LINKE 05.10.2023 Sitzungen 19/36

Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Berlinerinnen und Berliner! Lassen Sie uns über die Zukunft des Bauens sprechen! Da gibt es viel zu debattieren. Auch heute hatten wir dazu schon jede Menge Gelegenheiten. Heute reden wir über die Bauakademie und darüber, dass wir gemeinsam mit den Grünen auch schon in den letzten Jahren eine zukunftsweisende Errichtung fordern und deswegen diesen Antrag vorgelegt haben. Unser Antrag enthält im Wesentlichen drei Punkte. Wir fordern, dass die Bundesstiftung Bauakademie in ihrem Begehr unterstützt wird, das Planen und Bauen in Zeiten des Klimawandels neu zu denken. Future! Zweitens wollen wir, dass ökologische und nachwachsende Baustoffe zum Einsatz kommen. Future ist schon hier! In der Region Berlin-Brandenburg übrigens – wer es nicht weiß und sich mit Baustoffen nicht so gut auskennt – kann man das sehr gut besichtigen. Leider sind viele der alten Ziegeleien inzwischen schon lahmgelegt. Aber neue Baustoffe machen sich breit, insbesondere Hanf und Lehm sind wieder auf dem Vormarsch, [Beifall von Robert Eschricht (AfD)] Holz natürlich auch, insbesondere, aber nicht nur vom Kollegen Otto als Holzbeauftragtem hier vorgetragen. [Beifall von Daniela Billig (GRÜNE)] Packen wir es an! Machen wir es! Berlin hat so viel Wald. Es ist sowieso ein Skandal, dass das viele Holz, das in den Berliner Wäldern geerntet wird, nicht etwa im Berliner Baubereich zum Einsatz kommt. „Bauen, bauen, bauen“, wo sind die Fraktionen, die das immer schreien, wenn man sie mal braucht? Nein, die Berliner Holzernte wird nach außerhalb verkauft. Hier fordern wir ein Umdenken. Das könnte man natürlich mit einer Baustoffgenossenschaft vor Ort unterstützen. [Beifall bei der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN] Letzter Punkt in diesem Antrag ist, dass wir den Thinktank Bauakademie unterstützen. Und wir fordern, dass Sie das auch tun. Worum geht es? – Kommen wir mal zu des Pudels Kern. Frau Kahlfeldt ist heute leider nicht anwesend. Das ist schade, denn sie ist eine wichtige Protagonistin in dem Streit um die Frage, ob man die Mitte einfach historisch mit historisierenden Fassaden wieder aufbaut, am besten in Betonfertigteilen gepresst, oder ob man sagt „Future is now“, wie wir das machen, über ökologische und alternative Baustoffe redet und das gemeinsam an der Seite mit der Bundesstiftung Bauakademie nach vorne treibt. Da kann sich der Senat auf jeden Fall sehr gut entscheiden. Da sind die Grünen und die Linken in guter Gesellschaft mit Ihren Kollegen auf Bundesebene. Wir sagen ganz klar: Die bloße Rekonstruktion wird den formulierten Zielen nicht gerecht. Eine Bauakademie muss also Impulsgeber sein. Das ist doch klar. Wir brauchen kein weiteres Museum und schon gar nicht in Mitte. Wir brauchen eine Bauakademie, und das hätte übrigens auch Schinkel voll knorke gefunden, eine Bauakademie, die auf der Höhe der Zeit die Baustoffe und die Möglichkeiten diskutiert, das in die Breite trägt und als Diskursraum öffnet. Die Fachwelt ist längst so weit. Wer es nicht weiß: Auf der Architekturbiennale in Venedig, die kürzlich, im Sommer stattgefunden hat, wurde der deutsche Pavillon ganz doll gefeiert. Alle haben gesagt: Super, wie die das machen. Der deutsche Pavillon ist voll gut. Die reden über Umbau. Die reden über ökologische Baustoffe. Die reden über Klimaverträglichkeit und Stadtumbau in Zeiten der Klimakrise. – Wie kann das denn sein? Das ist übrigens ein Team aus Berlin. Herzlichen Dank auch an „ARCH+“ an dieser Stelle, die, international renommiert, diesen Pavillon ausgestaltet haben, sogar mit Ökotoiletten. Da bleibt kein Auge trocken. Es ist wirklich an der Zeit umzudenken. Die Stadt muss umgebaut werden, damit wir klimaresilient werden. Deswegen muss man aufhören, nur dort hinzufahren, so wie die Senatsbaudirektorin oder die Bundesbauministerin – die hat das nämlich auch gemacht und gesagt, dass sie das mit dem Umbau ganz toll findet –, anstatt jetzt Taten sprechen zu lassen. Unterstützen Sie unseren Antrag! Bekennen Sie sich zu den Zielen, die auch die Bundesstiftung Bauakademie klar vorträgt. Wir bedanken uns an der Stelle auch als Linksfraktion ganz besonders bei dem Team der Bundesstiftung Bauakademie, insbesondere natürlich bei dem sehr renommierten Guido Spars, den Sie sicherlich kennen, und Elena Wiezorek, die auch schon mit uns im Gespräch dazu war. Wir freuen uns auf die Debatte im Ausschuss über die ökologischen Baustoffe, regionale Baustoffkreisläufe und Future, meine Damen und Herren! [Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN]

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