Sebahat Atli
Frau Präsidentin! Meine Damen! Meine Herren! Infolge des demografischen Wandels steigt die Zahl der Älteren und Hochaltrigen auch in Berlin. Mit der steigenden Lebenserwartung der Generation 60plus gewinnt nicht nur der Aufbau altersgerechter Versorgungsstrukturen, sondern auch die Mitwirkung und Teilhabe älterer Menschen immer mehr an Bedeutung. Deshalb stehen wir sozial und seniorenpolitisch vor großen Herausforderungen. Auch unsere Bezirke sind in besonderer Weise hier gefordert. Daraus ergibt sich für uns der politische Auftrag, geeignete Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen und diese weiterzuführen und zu fördern, wie es auch in unserem ursprünglichen SPD-Antrag steht. Fakt ist, dass nicht an allen Orten in unserer Stadt niedrigschwellige, zugehende, verlässliche und leistungsfähige Anlaufstellen existieren, um die Bedarfe älterer Menschen angemessen anzusprechen, sie ziel- und bedarfsgerecht zu beraten und fachlich zu begleiten. Die vorhandenen Beratungs-, Unterstützungs- und Teilhabestrukturen für ältere Menschen sind in den Berliner Bezirken höchst unterschiedlich ausgestattet. Aspekte der Diversität älterer Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, konfessionellen, sozialen oder akademischen Hintergründen müssen noch besser abgebildet werden, denn bisher sind Menschen, die queer sind und Menschen mit migrantischer Geschichte nicht überall in unserer Stadt sichtbar. Folglich kann man sie auch schwer erreichen. Dies weist einmal mehr auf die Notwendigkeit hin zu konkretisieren, welche tatsächlichen Bedarfe lebenserfahrene Menschen in unseren Kiezen haben. Fakt ist auch, dass Ältere ihre Bedarfe und Bedürfnisse selbstbestimmt artikulieren und konkrete Abhilfe von uns erwarten. Diese Forderungen spiegeln die Seniorinnen und Senioren auch mir gegenüber immer wieder in den Gesprächen. Daher stehen wir als SPD-Fraktion dafür ein, dass zukünftig ältere Menschen in ihrem Umfeld gut und verlässlich versorgt werden. [Beifall bei der SPD – Beifall von Björn Wohlert (CDU)] Für uns sind die Bezirke die Orte, an denen die demografische Entwicklung und die Auswirkungen der soziostrukturellen Veränderungen tagtäglich spürbar sind. Daher wollen wir als Koalition in ganz Berlin bestmögliche Bedingungen für ältere Menschen. Dafür müssen in den Bezirken auch neue Wege gegangen werden, denn die Bezirke verfügen über die notwendigen Strukturen, kennen die Akteure in den Kiezen und die örtlichen Lebensverhältnisse. An dieser Stelle möchte ich es nicht unerwähnt lassen, dass wir uns als Koalition zum Ziel gesetzt haben, bedarfsgerecht und passgenau soziale Angebote weiterzuentwickeln und den Berlinerinnen und Berlinern leichter zugänglich zu machen. [Beifall bei der SPD – Beifall von Björn Wohlert (CDU)] Das Land Berlin und die Bezirke sind im Rahmen der Daseinsvorsorge für die Gewährung der Altenhilfe verantwortlich. Dazu gehören die einkommensunabhängige Beratung sowie die Sicherstellung von Teilhabe und Infrastrukturen, die Gewährung von Transferleistungen und auch die Altenhilfeplanung. Deshalb fordern wir als Koalition den Senat auf, eine umfassende und mehrsprachige Befragung von Seniorinnen und Senioren durchzuführen, um deren Lebenslagen und Bedarfe präzise zu erfassen. Nun komme ich zum Ende: Aus den Ergebnissen der Befragung sollen konkrete Maßnahmen der Verbesserung der Lebensqualität lebenserfahrener Berlinerinnen und Berliner entwickelt und umgesetzt werden. Dadurch wollen wir Erkenntnisse weiterentwickeln und die Angebote und Leistungen der Teilhabe älterer Menschen verbessern, um diese sicherzustellen und auch zu fördern. Lassen Sie uns gemeinsam den Seniorinnen und Senioren in unserer Stadt heute und hier ein klares Signal senden und ihre vielfältigen Lebenswirklichkeiten und Bedarfe präzise erfassen, um konkrete Verbesserungen für ein würdevolles und gutes Leben im Alter zu ermöglichen. Auf die sachliche und verantwortungsvolle Debatte zu diesem Antrag bin ich sehr gespannt. – Herzlichen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]
