Oda Hassepaß
– Ja, zum Schluss! – Was ist in den letzten Jahrzehnten also passiert? [Thorsten Weiß (AfD): Sie haben regiert; das ist das Problem!] Wie konnte sich der Straßenverkehr zu einer derartigen Gefahr entwickeln? Die Konsequenzen daraus sind jedenfalls klar: Unbeschwert war gestern. Heute lassen die meisten Eltern ihre Kinder nur unter größter Sorge allein zur Schule gehen. Der Nachruf „Pass auf die Autos auf! Sei vorsichtig!“ begleitet heutige Kinder über viele Jahre. Von Anfang an erziehen wir unsere Kinder dazu, Rücksicht auf die Autos zu nehmen. Der heutige Straßenverkehr wird zu Unrecht als gegeben hingenommen. Die Verkehrsplanung ist falsch abgebogen. Das Ergebnis ist fatal. Rund 25 800 Kinder sind in dem letzten Jahr bundesweit im Straßenverkehr verunglückt. Auch in Berlin ist die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg wieder gestiegen. Da reicht es eben nicht, vor der Schule Reflektoren zu verteilen und eine Helmpflicht zu fordern. Es braucht sichere Schulwege. [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN] Denn immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, weil sie den Schulweg durch die vielen Autos als zu gefährlich einstufen – eine Spirale, die immer weitergeht, eine Spirale, die dringend durchbrochen werden muss, denn alle Wege sind Schulwege. [Beifall bei den GRÜNEN] So steht es auch im Mobilitätsgesetz: dass jährlich mindestens zehn Gefahrstellen pro Bezirk identifiziert und beseitigt werden sollen. Genau das fordern wir in unserem Antrag vom Senat. [Carsten Ubbelohde (AfD): Das ganze Leben ist eine Gefahr!] Der Senat soll die Bezirke bei Maßnahmen unterstützen, die zügig und unkompliziert umgesetzt werden können: Temporeduktion, auch an Hauptstraßen, Berliner Kissen, also Bodenwellen, Gehwegvorstreckungen, Kiss-and-go-Zonen, der Einsatz von Schulstraßen – das wurde gerade an einer Grundschule in Lichtenrade erfolgreich erprobt. Viele andere Städte machen es uns längst erfolgreich vor. Denn erinnern wir uns: Eine moderne Stadt schützt die Schwächsten und fördert deren Selbstständigkeit, fördert das soziale Miteinander, zu Fuß, mit dem Rad, mit den Öffis, damit unsere Schulkinder sicher, frei und wieder unbeschwert sein können. – Bitte stimmen Sie für diesen Antrag, für mehr Schulwegsicherheit, und nicht dagegen! – Herzlichen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der LINKEN]
