Linda Vierecke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man sich die Geschichte unserer Stadt anschaut, dann hat Stadtgrün immer eine ganz besondere Bedeutung gehabt. In Zeiten, als die Frauen und Männer noch in rauchenden Fabriken Tag und Nacht geschuftet haben, wollte man, dass sie Orte haben, wo sie atmen können, wo sie durchatmen können, wo sie sich erholen können. Damals wurden Stadtparks geschaffen, die wir bis heute nutzen. Grün war in der Stadt also schon immer lebenswichtig, und auch heute ist das Stadtgrün für diese Stadt eben überlebenswichtig, wenn wir auf die Region Berlin-Brandenburg schauen und die Expertinnen und Experten schon in den nächsten Jahren vor Hitzesommern warnen, bei denen wir immer deutlich über 40 Grad landen werden. Stadtgrün kann das verhindern und unsere Stadt wieder runterkühlen. Die Charta Stadtgrün umzusetzen, ist lebenswichtig. Sie ist die Selbstverpflichtung des Landes Berlin, um das Stadtgrün in der wachsenden Stadt zu schützen, und sie ist ja auch in Kraft, wird umgesetzt und findet sich im Haushalt wieder. Wir haben uns als Koalition darauf verständigt, den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Grünanlagen zur Kernaufgabe zu machen. Im Fokus steht dabei vor allem die Anpassung an den Klimawandel. 10 000 klimaresiliente Bäume wollen wir pflanzen, und das ist schon mal ein wichtiger Schritt. Und wir wollen nicht nur die bestehenden Grün- und Freiflächen schützen, sondern auch neue Quartierparks schaffen und somit allen Berlinerinnen und Berlinern Natur- und Naherholungsräume erschließen. [Vereinzelter Beifall bei der SPD] Wir haben das Thema auch letzte Woche im Umweltausschuss behandelt und sind uns ja über die Fraktionen hinweg einig, dass das Thema Stadtgrün für uns immens wichtig ist. Wir haben aber auch gehört, woran es fehlt, und das ist eben qualifiziertes Personal; Menschen, die unsere Anlagen schützen, unsere Grünanlagen pflegen, weiterentwickeln und qualifizieren, die sich um dieses Grün kümmern. Und das ist am Ende der Knackpunkt: ob wir diese Stadt auch klimaresilient halten. Lassen Sie mich noch sagen, worauf wir als SPD-Fraktion bei der Verteilung des Stadtgrüns unser Augenmerk legen werden: auf das Thema Umweltgerechtigkeit. Gerade in hochverdichteten Stadtquartieren sind die Umweltbelastungen oft groß und gleichzeitig eben auch die sozialen Problemlagen. Hier kommt es überdurchschnittlich oft zu Mehrfachbelastungen durch Lärm, Luftverschmutzung und unzureichende Grünflächen. All das hat ganz konkret Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die dort leben. Stadtgrün brauchen wir deshalb besonders dort, denn dort ist es lebensnotwendig. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]
