Katrin Seidel
Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Um es gleich vorweg zu sagen: Ich kann an das anschließen, was fast sämtliche meiner Vorredner gesagt haben. Der Tierschutz in Berlin bricht nicht zusammen, wie Ihr Antragstitel suggeriert. Wir haben eine hervorragende Tierschutzbeauftragte und ihren Stab, die unter anderem darauf achtet und dafür sorgt und in deren Haushalt übrigens die Mittel für die Tiertafel 2022 auf 95 000 Euro und 2023 auf 98 000 Euro aufgestockt wurden, damit in Zeiten von Kostenexplosionen auf allen Ebenen viele Menschen die Möglichkeit haben, ihre Tiere weiter zu halten und eben nicht aus Kostengründen im Tierheim abgeben müssen. Aber Sie beziehen sich in Ihrem Antrag sowieso nicht auf den Tierschutz, sondern es geht tatsächlich nur um die Energiekosten und deren Begründung. Ganz klar ist, dass die Energiekostenexplosion vor dem Tierheim keinen Halt macht. Es ist schon gesagt worden: Gerade bei exotischen Tieren in Aquarien und Terrarien kann die Temperatur nicht einfach heruntergedreht werden. – Das ist völlig klar. Genau deshalb gibt es auch seit Langem Gespräche zwischen der Senatsverwaltung und dem Tierheim. Verschiedene Abgeordnete sind ebenfalls involviert und im Bilde, und ich darf gesichert mitteilen, dass das Tierheim und auch der Tierschutzverein Berlin-Brandenburg hier das Engagement der AfD nicht brauchen. Die Finanzierung des Tierheims wird durch verschiedene Säulen realisiert, in geringem Umfang auch vom Senat, hauptsächlich aber durch den Bezirk Lichtenberg und durch Spenden. Es wird zeitnah eine nachhaltige Lösung geben, um die Kostensteigerung abzufedern. Verschiedene Möglichkeiten werden gerade geprüft, denn natürlich braucht es ein rechtssicheres Verfahren, das auch vor dem Rechnungshof Bestand hat, und das kann im Übrigen auch für andere im Tierschutz aktive Vereine möglich sein und angewendet werden. Wir sind sehr stolz auf das Tierheim Berlin, das eines der größten und modernsten in Europa ist und in dem eine hervorragende Arbeit gemacht wird, und das insbesondere auch in Zeiten mit großen Herausforderungen, wie etwa in der Coronapandemie – das wurde gesagt – oder immer nach Feiertagen, an denen viel geschenkt wurde, an denen viele Menschen unbedarft, ich würde auch sagen, in verantwortungsloser Art und Weise, Tiere anschaffen oder verschenken, die dann im Tierheim landen – erst nachdem die Tierhalter gelernt haben, dass Tierhaltung eben auch Zeit, Geld und Platz kostet und insbesondere eine ordentliche Vorbildung. Mein Vorschlag für mehr Tierschutz in Berlin wäre eine Bildungskampagne, die präventiv aufklärt, was artgerechte Tierhaltung bedeutet, bevor Tiere und Tierhalter in ihrem Zusammenleben völlig überfordert sind und bevor das Tierheim aus allen Nähten platzt. Es wurde mehrfacht gesagt: Es gibt viel zu tun, auch für den neuen Senat. Wir werden Sie unterstützen und dabei begleiten, aber diesen Antrag brauchen wir nicht. – Vielen Dank! [Beifall bei der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD und den GRÜNEN]
