Alexander Kaas Elias
Nein, danke! – Wir haben weiter in Ihrem Antrag eine Dopplung, indem Sie den motorisierten Individualverkehr und das Auto aufzählen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Sie erwähnen den Umweltverbund und das Fahrrad. Das ist gut, aber die Fußgängerinnen und Fußgänger, die Verkehrssicherheit wie das Sharing und den Klimaschutz, die haben Sie vergessen. Ihr Antrag deckt nicht alle Mobilitätsformen intermodal ab. Schon allein deshalb können wir da nur schwerlich mitgehen. Doch wer den Klimaschutz mitdenkt, der denkt die Verkehrswende mit. Das bedeutet: Muss es das eigene Auto sein, mit dem ich an mein Ziel komme, oder geht das nicht auch mit einem Sharing-Fahrzeug, das weitergenutzt werden kann? –, denn auch das sind Autos, und sie sparen Flächen. [Holger Krestel (FDP): Das muss man zwischendurch auch mal abstellen können!] Barcelona zeigt beispielsweise mit seinen Superblocks, dass die Stadt nicht weniger beliebt ist, wenn es weniger oder keinen Durchgangsverkehr durch Wohnviertel gibt. Im Gegenteil: Das dicht besiedelte Barcelona konnte lebenswerte Quartiere mittendrin entwickeln. Hier sind Flächen entstanden, die entsiegelt sind und mehr Grün in der Stadt ermöglichen. Das ist gerade in Hitzesommern, die sich mittlerweile alljährlich wiederholen, nötiger denn je. Wer will, dass die Stadt im Sommer nicht überhitzt wird, muss die Stadt und ihre Flächen breiter als nur für Gebäude und Verkehr denken. [Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Carsten Schatz (LINKE) – Ronald Gläser (AfD): Im Sommer ist es heiß!] Zudem nehmen Plätze für Bike-, Car- und Lastenradsharing wie für Fahrräder weniger Platz weg sowohl im Gebäude als auch auf der Straße. Wichtiger sind die Anbindungen mit Bussen und Bahnen. Mit Bussen lassen sich rasch Anbindungen organisieren, bei größeren Vorhaben ist die Bahnanbindung einzuplanen und sind Trassen freizuhalten, damit diese dann dorthin kommen können. Die Koalition ist sich einig, dass wir für den Wohnungsneubau die erforderlichen Verkehrsprojekte, gut abgestimmt, schnell realisieren und gegebenenfalls auch für vorläufige Erschließungen sorgen. Das haben wir auch im Koalitionsvertrag so festgelegt. Letztlich stellt sich mir noch die Frage des bürokratischen Aufwands. Wenn ich bei allen Bauprojekten die Auswirkungen auf den Verkehr berücksichtigen und auch für jedes einzelne Haus, das neu gebaut wird, ein umfassendes Verkehrskonzept aufstellen muss für den gesamten Kiez, frage ich mich: Bauen wir so schneller? – Ich würde mich wundern, wenn das bejaht wird. Wir brauchen nicht für jeden einzelnen Neubau ein Kiezquartierskonzept. Das ist in dem Antrag leider ziemlich unpräzise und berücksichtigt nicht die verschiedenen Formen der Mobilität wie Zufußgehen oder das Sharing. Insofern: Ihr Antrag ist da leider noch ein bisschen zu kurz gesprungen. Wir werden das in den Ausschüssen noch weiterberaten, aber wir sind als Grüne klar: Wir wollen die Verkehrswende, weil wir damit Mobilität sichern und das Klima schützen. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Zuruf von Oliver Friederici (CDU)]
