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Dennis Buchner

26.01.2023 Sitzungen 19/25

Herr Senator Dr. Lederer, bitte sehr! Bürgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung für Kultur und Europa): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Dr. Schmidt! Sie kennen ja das 3-Euro-Ticket, das bislang – also schon seit einigen Jahren – darauf basiert, dass Restkontingente, die im regulären Vorverkauf durch die Häuser nicht verausgabt werden konnten, dann an der Abendkasse Menschen bereitstehen, die Berlin-Pass-Inhaberin oder -Inhaber sind. Das ist eine alte und lang gepflegte Tradition der Bühnen, die kulturelle Teilhabe auch für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel ermöglichen soll. Es ist natürlich auch so, dass wir insbesondere mit Blick auf die ukrainischen Berlinerinnen und Berliner, die vor dem Krieg geflüchtet sind und jetzt temporär hier in Berlin sind – manche von ihnen vielleicht auch länger – spezifische Angebote unterbreitet haben, die explizit ihnen die Möglichkeit geben sollen, gegebenenfalls auch kostenfrei in die Einrichtungen zu kommen. Mit Blick auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten habe ich mich im Dezember 2022 noch einmal an alle Berliner Bühnen, an alle institutionell, also durch das Land geförderten Einrichtungen gewandt und habe sie gebeten, doch noch einmal zu prüfen, ob wir von diesem Restkarten-Abendkassen-Prinzip ein Stück weit wegkommen und in das Ganze eine größere Belastbarkeit und Verbindlichkeit einziehen können. Es gab sehr viele positive Resonanzen. Das Konzerthaus hat uns zum Beispiel zurückgemeldet, dass sie jetzt nicht mehr nur 15 Minuten vor Konzertbeginn, sondern bereits eine Stunde vorher die 3-Euro-Karten bereithalten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere, wie beispielsweise die Komische Oper, haben jetzt für Sinfoniekonzerte und ausgewählte Produktionen gesagt, sie wollen das den Menschen bereits bis zu zwei Tage vorab im Vorverkauf bereitstellen. Das hat dann den Vorteil, dass man nicht auf Verdacht hingehen muss, sondern auch gegebenenfalls die Möglichkeit nutzen kann, über das Internet zu bestellen, und dann auch weiß: Ich habe einen Platz. – Man muss also nicht hoffen und in der Unsicherheit leben. Die Deutsche Oper macht das zehn Stunden vorher auch online, statt wie bisher nur eine Stunde zuvor, und das Renaissance-Theater macht jetzt tatsächlich den Vorverkauf der 3-Euro-Tickets anstelle der Ausgabe von Restkarten. Mich freut auch, dass die Volksbühne ab Februar 2023 bereits mit Beginn des Vorverkaufs 3-Euro-Tickets bereithält; das heißt also, da gibt es dann ein richtig festes Kontingent. Es gibt auch zahlreiche weitere Einrichtungen, die 3-Euro-Tickets anbieten und ihre Angebote im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten anpassen. Auch der Friedrichstadt-Palast beispielsweise hat die 3-Euro-Tickets im Vorverkauf für Inhaberinnen und Inhaber des Berlin-Passes. Jetzt ist natürlich die Frage: Kann man nicht dieses Prinzip „Weg von Restkarten, hin zu festen Kontingenten“ und damit eine größere Verlässlichkeit insgesamt stärken? – Das geht jetzt alles ein Stück weit in die richtige Richtung, aber die Häuser und Einrichtungen müssen natürlich am Ende auch mit den Eintrittskarten kalkulieren, und deswegen wird eine feste Restkontingentebereitstellung die Frage sein, die gegebenenfalls ein Haushaltsgesetzgeber entscheiden muss. Das ist doch ganz klar. Wir haben gesagt, wir nehmen Tariferhöhungen nicht aus den künstlerischen Etats, und in dem Sinne denke ich auch, dass Möglichkeiten zum Abbau sozialer Zugangsbarrieren, die sich im Rahmen der künstlerischen Etats kalkulatorisch nicht abbilden lassen, gegebenenfalls anders bereitgestellt werden müssen; aber darüber muss man reden. Dann haben wir natürlich noch die Möglichkeit der Teilhabe über den Verein KulturLeben Berlin. Das ist der Verein, der Menschen, die besonders prekär sind, auf feste Anmeldung hin mit Begleitung den Zugang zu Kultureinrichtungen ermöglicht. Da gibt es dann jeweils individuelle Kooperationen mit den Bühnen, aber es ist eine tolle Arbeit, die wir auch als Land Berlin fördern und unterstützen. Und dann gibt es auch zahlreiche andere Kulturveranstaltungen und -veranstalter, die entsprechende Angebote bereithalten, um niedrigschwellig den Zugang zu ermöglichen. Da will ich jetzt noch mal den eintrittsfreien Museumssonntag nennen. Wir werden demnächst auch eine Evaluation durch das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung zum eintrittsfreien Museumssonntag vorlegen können. Dann können wir uns auch mal anschauen, wie und in welchem Umfang die intendierten Ziele erreicht worden sind.

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