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Tobias Schulze

LINKE 11.01.2023 Sitzungen 19/24

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eine Tot- oder Fehlgeburt ist, glaube ich, das schlimmste Erlebnis, das Eltern zu verkraften haben. Der Tod eines Kindes zu ihren eigenen Lebzeiten hinterlässt lebenslange Narben bei Menschen, und zwar Narben, die nicht so einfach wieder gekittet und geschlossen werden können. Ich bin Maren Jasper-Winter dafür dankbar, dass sie mit dem Antrag dieses Thema heute auf die Tagesordnung gesetzt hat. Wir hatten im Jahr 2021 184 Totgeburten in Berlin, die Zahl der Fehlgeburten lässt sich nur schwer erfassen, sie ist in Krankenhausstatistiken enthalten, wenn die Menschen im Krankenhaus waren. Viele Mütter aber, das wurde gerade schon gesagt, erleben diese Fehlgeburten nicht im Krankenhaus, insofern haben wir da in der Tat keine validen Zahlen. Nach jahrelangem Sinken steigt die Quote von Fehl- und Totgeburten wieder seit 2010, und in der Tat wissen wir über die Ursachen dieses Steigens zu wenig. Es wird manchmal angenommen, dass das steigende Alter von Müttern die Ursache sei, aber dem widersprechen auch andere Forscherinnen und Forscher, insofern kann man das nicht bestätigen. Und was für uns in Berlin besonders wichtig ist: Berlin ist im Bundesschnitt noch mal deutlich drüber, hat also mehr Tot- und Fehlgeburten als andere Bundesländer, Ostdeutschland insgesamt ist auch drüber. Wir müssen, glaube ich, diese Ursachen erforschen, und da hat der FDP-Antrag definitiv einen Punkt. Wir brauchen mehr Wissen darüber, warum Tot- und Fehlgeburten entstehen, denn das Leid, das mit ihnen verbunden ist, sollten wir so gering wie möglich halten. [Beifall bei der LINKEN]

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