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Catherina Pieroth-Manelli

GRÜNE 11.01.2023 Sitzungen 19/24

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit sechs Jahren begleiten wir engmaschig das Thema rund um die Geburt, und wir haben meines Erachtens sehr sinnvolle Wege eingeschlagen. Der Runde Tisch Geburtshilfe wurde etabliert und hat die notwendige Expertise rund um dieses zentrale Thema gebündelt. Psychosoziale Beratungsangebote wie die Babylotsen gibt es mittlerweile in vielen Berliner Geburtskliniken. Die spezifische Trauer- und Sterbebegleitung mit Angeboten für Eltern von Sternenkindern wird mit Mitteln aus dem Landeshaushalt unterstützt. Allein in Tempelhof-Schöneberg – da kenne ich mich am besten aus – bieten zwei Friedhöfe die sogenannten Sternenkinder-Felder an. Mit dem Aktionsprogramm für eine sichere und gute Geburt wurden die Ausbildungskapazitäten erhöht und der Ausbau der Kreißsäle mit über 19 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt finanziert. – All das läuft bereits aufgrund der Weichenstellungen dieser Koalition. Es ist sehr wichtig, sich des sensiblen Themas der Tot- und Fehlgeburten anzunehmen. Es muss aber auch im Hinblick auf seine Enttabuisierung in die bestehenden Unterstützungsangebote integriert werden. Lassen Sie mich einen weiteren Punkt in diesem Antrag, der einer Überarbeitung bedarf, kurz skizzieren: Sie fordern eine bessere Datengrundlage; eine Forderung, die ich eigentlich immer teile. Allerdings muss das Erheben, Analysieren und Darstellen von Daten auch ein Ziel haben. Dabei fordern Sie die Einrichtung eines neuen Registers. Allerdings liegen viele Informationen, die Sie darin erfassen möchten, auch in Abrechnungsdaten vor und können zu Forschungszwecken bereits genutzt werden. Daher müsste konkretisiert werden, welche zusätzlichen Informationen in einem Register erfasst werden sollen. Mit einem anderen Punkt liegen Sie, Frau Jasper-Winter, natürlich völlig richtig: Nicht nur bei einer Totgeburt, sondern auch bei einer Fehlgeburt muss ein Anspruch auf Erholung bestehen. Betroffene, die nach der 20. Schwangerschaftswoche eine Fehl- oder Totgeburt erleiden, brauchen Zeit und Raum für ihre Trauer, für ihre physische Erholung und die Rückbildung. Aber das ist im Bund zu regeln, und da sind Sie ja dran. Um mehr Zeit für eine sensible Vor- und Nachsorge zu haben, stehen wir Grünen seit Jahren für eine Stärkung des Hebammenberufs. Wir brauchen Hebammenzentren und hebammengeleitete Kreißsäle wie beispielsweise in Hessen oder NRW. Wir brauchen eine umfassende psychosoziale Betreuung; die ist für Mütter und Väter insbesondere unter tragischen Umständen wie einer Tot- oder Fehlgeburt ausschlaggebend. Damit hat diese Koalition vor sechs Jahren begonnen; lassen Sie uns damit weitermachen! – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD]

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