Katharina Günther-Wünsch
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Da muss man schon mal ganz kurz Luft holen, Herr Weiß. Das war ja mal – mit Verlaub – Riesenmist. [Beifall bei der CDU, der SPD, den GRÜNEN, der LINKEN und der FDP] Sie sprechen von Ausbildung guter Sprache. Sie sprechen von Bereicherung und Zumutung. Das gerade eben war eine Zumutung, und ich führe gerne einmal aus, was eine Bereicherung für die Schulen wäre. Sie sprechen davon, dass Sie gerne die Anwendung des Regelwerks der deutschen Rechtschreibung sehen möchten. Da verrate ich Ihnen ein Geheimnis: Das machen die Schulen. Es gibt einen Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch, und der verpflichtet die Schulen ganz klar zur Unterrichtung der deutschen Sprache entsprechend des Regelwerks der deutschen Rechtschreibung – Oh Wunder! –, Lesen, Schreiben, Zuhören entsprechend des Regelwerks der deutschen Rechtschreibung. Es stellt sich mir schon die Frage, was das Ansinnen der AfD ist. Was ich Ihrem Antrag deutlich entnehme: Sie wollen unsere Schulen noch mehr geißeln. Schauen wir uns doch mal die letzten drei Jahre an: Die Schulen haben Auflagen, Hürden, Kontrollen. Wir lesen in der Presse, dass Schulplätze fehlen. Wir lesen in der Presse – Sie haben die Anfragen gelesen –, wie die Ergebnisse von VERA 3 und 8 sind. Wenn die AfD etwas für die Schulen tun möchte, dann wäre es doch sinnvoll, sich für eine gute Lehrerausbildung einzusetzen, für gute Unterstützungssysteme, damit unsere Schüler gefördert und gefordert werden. Was macht sie? – Sie stellt einen vollkommen sinnbefreiten Antrag und unterlegt ihn mit ganz wirren Argumenten. [Beifall bei der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der FDP] Um eines deutlich zu machen: Auch ich, auch wir, die CDU-Fraktion, sind keine Freunde der Gendersprache, aber unsere Schulen haben aktuell ganz andere Herausforderungen. Wenn Sie das gelesen haben, was wir als Anfrage gestellt haben – meine Kollegen Herr Freymark, Herr Pätzold und ich –, dann ist doch deutlich geworden, dass es den Schulen untersagt ist, aufgrund von erfolgter oder nicht erfolgter Gendersprache Leistungen zu beurteilen und zu bewerten. Das, was bei den Schulen momentan im Vordergrund steht, ist doch wirklich ein qualifiziertes, gut ausgebildetes Lehrkräftepersonal. Corona und die aktuellen Krisen zeigen, dass wir multiprofessionelle Teams und qualifiziertes Personal brauchen und keine sinnbefreiten Debatten um Gendersternchen oder nicht. Die Schulen sind verpflichtet, entsprechend des Regelwerks der deutschen Rechtschreibung zu unterrichten. Daran rüttelt nichts, auch Ihr sinnbefreiter Antrag nicht. – Danke! [Beifall bei der CDU, der SPD, den GRÜNEN der LINKEN und der FDP]
