Tobias Schulze
Der Kollege Ronneburg musste die Sitzung verlassen. Deswegen kann ich ihn hier vertreten, Frau Präsidentin! – Ein bisschen hat man manchmal den Eindruck, es ist wie: Bürger fragen – Politiker antworten, wenn die FDP hier Anträge stellt. [Heiterkeit bei Torsten Schneider (SPD)] Sie sagen, mit gesundem Menschenverstand müsste es doch möglich sein, und haben selber offenbar gar keine eigene Vorstellung, wie das umgesetzt werden könnte, dass man digitale Tickets, Handytickets auf andere Nutzerinnen und Nutzer überträgt. Ich habe das mal ein bisschen recherchiert. Es gibt in Deutschland kein einziges Handyticket in Verkehrsverbünden, das man übertragen kann, und auch die Bahn hat keine übertragbaren Handytickets. Natürlich gibt es die Möglichkeit grundsätzlich. Wir haben das, das wurde erwähnt, im Sport oder im Veranstaltungsbereich. [Zuruf von Oliver Friederici (CDU)] Der Unterschied ist aber, dass die Tickets entwertet sind, wenn man sie einmal gescannt hat, und das ist natürlich trivial. Das ist auch technisch trivial. Sie haben aber recht, wo das Problem liegt. Das Problem liegt darin, dass wir natürlich hier weniger Leistung für dasselbe Geld haben. Also wenn jemand in der App das Ticket kauft, bekommt er weniger Leistung als jemand, der eine Chipkarte in seinem Portemonnaie mit sich führt. Das ist natürlich in der Tat kein schöner Zustand. Sie haben auch recht, wir müssen darauf achten, dass wir in Zukunft natürlich die Handynutzungen vorantreiben. Als wir ukrainische Geflüchtete hier begrüßt haben, wollten sie sofort ihre Chipkarte in ihr Handy übertragen und haben gesagt: Wie, das geht nicht? Geht nur Chipkarte oder Handy? Aber warum kann ich das nicht übertragen? – Insofern ist das Ansinnen vollkommen berechtigt zu sagen, wir müssen dafür eine Lösung finden. Man muss aber auch sagen: Missbrauch auszuschließen, technische Lösungen zu schaffen, ist nicht trivial, ist auch datenschutzrechtlich übrigens nicht trivial, denn natürlich müssen diese Karten gescannt werden und dann entsprechend über Server laufen und gegengecheckt werden, ob sie an anderer Stelle irgendwo im System eingeloggt sind oder nicht. Ich denke, die Verkehrssenatorin wird sich dieses Themas annehmen. Auch die BVG hat sich dieses Themas bereits angenommen. Es ist adressiert. Es werden Lösungen erarbeitet, aber es ist natürlich ein System, das dann auch über die Zahlungsdienstleister laufen muss bzw. die Anbieter der Apps, die bundesweit ähnlich sind. Die BVG baut auf einem bestimmten System auf, das bundesweit auch genutzt wird. Insofern muss dieser Dienstleister diese Möglichkeit auch anbieten, und ich denke, das ist möglich. – Danke schön! [Vereinzelter Beifall bei der LINKEN]
