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Karsten Woldeit

AfD 20.10.2022 Sitzungen 19/18

Vielen lieben Dank, Frau Präsidentin! – Meine sehr verehrten Damen und Herren Kollegen! Zu fortgeschrittener Stunde noch ein wirklich ernstes und wichtiges Thema, aber lassen Sie mich voranstellen: Wir debattieren aktuell, im Sportausschuss und heute auch im Plenum, ob wir im Jahr 2022 im angeblich sichersten, besten und reichsten Deutschland aller Zeiten unsere Schwimmbäder offenhalten müssen. [Zuruf von Vasili Franco (GRÜNE)] Der Ursprung dieser Thematik liegt mitnichten bei Ihrem Dauersündenbock Putin und dem Krieg in der Ukraine; der Ursprung dieser Debatte liegt schlicht und ergreifend darin, dass wir über Jahre eine total verfehlte Energiepolitik zu verantworten haben. [Beifall bei der AfD] Wissen Sie, als ich zu Beginn der Legislatur zum Innenressort den Fachbereich Sport mit übernommen habe, habe ich – das ist, glaube ich, nachvollziehbar, das wird der eine oder andere Kollege auch machen – Verbindung aufgenommen zu sämtlichen Verbänden; dem Landessportbund, dem Berliner Fußball-Verband und Ähnlichen und natürlich auch zum Berliner Schwimm-Verband. Damals war der Krieg in der Ukraine noch in weiter Ferne, aber ich wollte wissen: Wo können wir helfen? Wo drückt euch der Schuh? Wo kann die Politik konkret helfen? Der Austausch mit dem Landesschwimm-Verband war hochemotional. Man berichtete von der besonderen Herausforderung in der Coronazeit, man berichtete von den Sorgen und Nöten der Schwimmvereine, von zahlreichen Mitgliedsverlusten, die man hatte; aber was noch viel schlimmer ist: Man berichtete von den Schwimmfähigkeitsverlusten unserer Kinder. Nahezu 40 Prozent aller zehnjährigen Kinder in Berlin können nicht oder nicht ausreichend schwimmen – 40 Prozent. Was hat das im schlimmsten Fall zur Folge? – Eine Schlagzeile, die wir im Sommer lesen: Badeunfall, Kind ist ertrunken. – Das darf so nicht passieren. [Beifall bei der AfD] Es geht nicht nur um die Vereine, es geht auch um den Schulsport. Dort werden Grundlagen für die Schwimmfähigkeit gelegt. Wir hatten – ich habe es kurz angesprochen – in der vergangenen Sitzung des Sportausschusses genau zu diesen Thematiken eine Anhörung. Wir haben einen Antrag zu Energiekrise und Sport im allgemeinen gestellt, die Koalitionsfraktionen einen mit Schwerpunkt auf die Berliner Bäder-Betriebe. Wenn ich mir überlege, was dort für Maßnahmen diskutiert wurden – gut, Saunen wurden schon geschlossen, es wurde beraten, dass die Duschen geschlossen werden müssen. Zum Glück hatten wir eine gute Stimme der Vernunft: den Präsidenten des Landessportbunds, Herrn Härtel, der vielen dieser Vorschläge einfach eine Absage erteilt hat. Man kann Maßnahmen erwirken. Wir haben uns in unserem Antrag einem Forderungskatalog von sachkundigen Leuten angeschlossen. Ich empfehle der Politik immer wieder, in die Verbände reinzugehen, um dementsprechend aus der Basis heraus, aus dem Alltag heraus zu erfahren, wo der Schuh wirklich drückt. [Anne Helm (LINKE): Was für eine neue Idee! Ich habe noch nie mit Menschen gesprochen!] Wir haben Forderungen aufgenommen der Deutschen Schwimmjugend, wir haben Forderungen aufgenommen der Bäderallianz Deutschland, und – ganz wichtig – wir haben Forderungen aufgenommen vom Deutschen Olympischen Sportbund. Die Staatsekretärin für Sport, Frau Böcker-Giannini, hatte etwas ausweichend gesagt, sie wolle nicht, dass Schwimmbäder geschlossen werden, konnte es aber nicht ausschließen. Ich bin Frau Senatorin Spranger dankbar, dass sie unmittelbar – ich glaube, in der Folgewoche am Montag – gesagt hat, dass es ihr politischer Wille ist, Schwimmbäder offen zu lassen. [Beifall bei der AfD] Wir haben zwei Jahre lang ein massives Problem durch die Coronakrise gehabt. Wir dürfen diese Krise nicht weiter fortsetzen, indem wir vergangene Fehler weiter fortsetzen. Das darf nicht sein. Frau Senatorin Spranger! Ich hoffe auf Ihren politischen Willen. Sie sind, was solche Dinge angeht, in der Regel sehr verlässlich. Das schätze ich an Ihnen. Bitte sorgen Sie in Ihrem Haus, in Ihrer Hausleitung dafür, dass nicht wieder solche Fehler begangen werden und dass unsere Mädchen und Jungen, unsere Kinder nicht 40 Prozent an Schwimmfähigkeit verlieren, sondern dass wir uns den 100 Prozent mal wieder annähern können. – Herzlichen Dank! [Beifall bei der AfD]

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