Gunnar Lindemann
Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kollegen! Liebe Berliner! Nach der U-Bahn haben wir jetzt die S-Bahn. Die CDU möchte die S 75 entsprechend verlängern und ausbauen. [Zuruf von Stefan Evers (CDU)] Das ist natürlich eine sinnvolle Sache, weil S- und U-Bahn Leistungsträger sind. S- und U-Bahn schaffen es, im Prinzip große Mengen an Fahrgästen in kurzer Zeit von A nach B zu befördern. Das macht natürlich für eine Großstadt wie Berlin auch Sinn. Aber, Herr Kraft, ich will Ihnen Folgendes sagen: In der letzten Legislaturperiode – da waren Sie, glaube ich, auch schon dabei – hatten wir als AfD-Fraktion einen Antrag eingereicht: „Hohenschönhausen nicht abhängen – keine Verkürzung der S 75“. Die S 75 ist nämlich mal über die Stadtbahn gefahren, und wir wollten, dass das so bleibt. Da hätten Sie zustimmen können. [Beifall bei der AfD – Paul Fresdorf (FDP): Da war er nicht da!] – Ja, vielleicht war er nicht da. Das mag sein. Oder hat nicht zugehört, kann auch sein. Darum ist es immer gut, uns zuzuhören weil wir von der AfD die guten Ideen haben. Der zweite Punkt: Verlängerung S 75 über Wartenberg hinaus – Frau Giffey, Sie waren nicht da, das halte ich Ihnen zugute, da war Herr Müller noch da – haben wir auch in der letzten Legislaturperiode als AfD-Antrag eingebracht. Da hätten Sie auch schon zustimmen können. Ja, dann würde das auch funktionieren. Herr Machulik, Sie sagen hier: Wir haben bei der S-Bahn technische Probleme. – Ich sage Ihnen mal: Ja, Sie haben recht, Sie haben die S-Bahn und auch teilweise die U-Bahn kaputt gespart. Darum fahren wir in museumsreifen Wagen mit einer museumsreifen Infrastruktur. Manchmal wundert man sich, dass überhaupt noch irgendwas bei der S-Bahn und der U-Bahn fährt. Aber immer fährt sie auch nicht. Das kommt ja auch dazu. Andere Länder schaffen bei S-Bahn, U-Bahn oder Metro einen 45-Sekunden-Takt. Davon sind wir hier in Berlin weit entfernt, aber das ist natürlich das, wo wir hinmüssen. Dafür müssen wir natürlich die Schienen modernisieren, da müssen wir dieses Umspannwerk bauen, und da muss man auch die Signaltechnik entsprechend modernisieren, weil eine Großstadt wie Berlin kann nur durch einen vernünftigen Ausbau und eine vernünftige Taktung gerade in der Hauptverkehrszeit von S- und U-Bahn funktionieren. Denn die Menschen sind nur bereit, den öffentlichen Personennahverkehr zu benutzen, wenn sie ein entsprechendes Angebot haben – mit sauberen Zügen, die schnell fahren, ohne lange Wartezeiten. Ansonsten steigt jeder wieder auf sein Auto um, und keiner nutzt S- und U-Bahn. [Beifall bei der AfD] Herr Kraft, ich habe Ihnen das ja schon im Ausschuss gesagt: Natürlich stimmen wir diesem Antrag der CDU zu, denn, wie gesagt, wir haben es ja schon in der letzten Legislatur selber beantragt, und warum sollten wir jetzt unsere eigenen Ideen ablehnen? Wir laden natürlich auch die Regierung, Frau Giffey, Frau Jarasch, ein, zuzustimmen, weil es sicherlich gerade für den Berliner Osten sinnvoll ist, die S 75 weiter auszubauen, damit die Menschen dort vernünftig befördert werden. Und wenn wir es so weit haben, können wir später noch über Flügelzüge reden bei der S 75. Das ist nämlich durchaus auch sinnvoll, denn Sie schreiben hier, 20- Minuten-Takt über die Stadtbahn. Wenn wir die S 75 im 10-Minuten-Takt fahren lassen, einen Zug über die Stadtbahn und den anderen Zug beispielsweise Richtung Flughafen – das ist auch eine Idee von uns, das könnte man durchaus auch noch machen –, dann wäre der Osten sogar noch vernünftig an den BER-Flughafen angebunden. Lassen Sie uns also S- und U-Bahn weiter ausbauen. In diesem Sinne – einen schönen Abend! [Beifall bei der AfD – Lars Düsterhöft (SPD): War das die letzte Rede?]
